Nach dem verdienten Abstieg in die Zweite Liga wird bei ​Hannover 96 derzeit jeder Stein umgedreht. Auf den ​neuen Sportchef Jan Schlaudraff und den neuen Coach Mirko Slomka kommt dabei eine echte Herkulesaufgabe zu, zumal die finanziellen Mittel begrenzt sind. Anstatt wie etwa der VfB Stuttgart bereits neue Spieler für die Mission sofortiger Wiederaufstieg zu präsentieren, müssen die Niedersachsen kleinere Brötchen backen und sich wohl von einem Talent aus der eigenen Jugend trennen.


Die Rede ist von dem ​18-jährigen Angreifer Sebastian Soto. Der US-Boy war im vergangenen Sommer aus den Vereinigten Staaten zum Bundesligisten gewechselt und wurde dort bislang zumeist in der U19 eingesetzt. Dabei zeigte der Stürmer keinerlei Anpassungsprobleme und steuerte in 24 Spielen starke 17 eigene Treffer und sechs Torvorlagen bei. Da Soto zudem auch über das nötige Selbstbewusstsein verfügt, durfte er darüberhinaus in drei Kurzeinsätzen bereits Bundesligaluft schnuppern.

Jan Schlaudraff,Jorg Schmadtke

Jan Schlaudraff muss mit einem geringen Etat auskommen


Kein Wunder also, dass die Hannoveraner in dem U20-Nationalspieler der USA einen der Hoffnungsträger für die Zukunft ausgemacht haben und sich daher zuletzt um eine Ausweitung seines aktuell bis 2020 gültigem Arbeitspapieres bemühten. Wie die BILD in Erfahrung gebracht hat, konnten Spieler und Verein dabei aber bislang keinen gemeinsamen Nenner finden. Dabei stolperten die 96-Verantwortlichen dem Vernehmen nach auch über ihre eigenen Irrungen und Wirrungen in der Führungsetage.


So war es Horst Heldt der einst den Vertragspoker mit Soto erst richtig ins Rollen gebracht hatte. Dumm nur, dass der​ 49-jährige Manager mittlerweile von Klub-Boss Martin Kind vor die Türe gesetzt und durch Jan Schlaudraff ersetzt wurde. Von seinem Chef auf die klamme Vereinskasse hingewiesen, musste der ehemalige Stürmer als eine seiner ersten Amtshandlungen dann prompt das Angebot an den begehrten Youngster nach unten korrigieren.


Soto-Berater Rob Moore war ob dieser Kehrtwende jedoch wenig begeistert und brach die Verhandlungen kurzerhand ab. Wie aus Vereinskreisen zu hören ist, steht eine Vertragsverlängerung von Soto daher nicht mehr zur Disposition. Um das Innenleben des Vereins nicht zu gefährden und durch einen Verkauf in diesem Sommer zumindest etwas Geld zu generieren, denken die Niedersachsen daher nun angeblich eher über eine vorzeitige Trennung nach. Zu dem Kreis der möglichen Abnehmer soll dabei neben anderen Spitzenklubs  auch ​Borussia Dortmund gehören.