Nach fünfeinhalb Jahren ist ​Mirko Slomka zurückgekehrt. Der 51-Jährige übernimmt zum zweiten Mal das Traineramt bei Hannover 96 und soll die Mannschaft nach dem Abstieg in die Zweite Bundesliga neu aufbauen. Wie er bei seiner Vorstellung erklärte, will er dabei auf zwei Spieler setzen, die eigentlich auf dem Abstellgleis standen.


Als "kaputt, schlecht zusammengestellt und gescheitert" ​kanzelte Klub-Boss Martin Kind die hauseigene Mannschaft bereits im März ab. Der 75-Jährige richtete sich dabei auch an einzelne Spieler, darunter Walace, der vor der Saison für sechs Millionen Euro vom Hamburger SV verpflichtet wurde. Der Brasilianer sei "offensichtlich nicht bereit, alles zu investieren", weshalb er den Klub im Sommer eigentlich verlassen soll.


Das Problem ist die zu hohe Ablösesumme, die sich die Niedersachsen aufgrund der im Vertrag verankerten Ausstiegsklausel in Höhe von 30 Millionen Euro erhoffen. Ob sich ein Abnehmer für Walace, der in Hannover seine Rückkehr in die brasilianische Nationalmannschaft feierte und in der Hinrunde als Königstransfer galt, finden lässt, ist unwahrscheinlich. Stören würde es Mirko Slomka aber nicht, sollte der 24-Jährige dem Klub auch in Liga Zwei erhalten bleiben.

Walace

  Mirko Slomka stemmt sich gegen einen Transfer von Walace (Bild), und würde den Brasilianer am liebsten zu alter Stärke führen



"Walace hat Vertrag und ist unser Spieler. Um solche Spieler muss man sich kümmern, um sie dann hoffentlich wieder in bessere Fahrwasser zu bringen", so der 51-Jährige, der bislang nur "gute Erfahrungen mit Brasilianern" gemacht habe. Ligaunabhängig sei Walace ein "Top-Spieler", weshalb Slomka weiß: "Unser Auftrag ist es, aus solch einem Spieler die besonderen Fähigkeiten herauszukitzeln" (via BILD). 


Der Rückkehrer will sich gleichzeitig auch um andere Problemkinder kümmern, darunter Jonathas. Der Rekord-Transfer (kam 2017 für 9 Millionen Euro von Rubin Kazan) wurde im vergangenen Sommer an Corinthians Sao Paulo verliehen, nur wenige Monate später beendeten die Niedersachsen das Leihgeschäft und holten den Angreifer wieder nach Deutschland zurück. In zehn Einsätzen traf er drei Mal, nun will Slomka auch sein Potenzial voll ausschöpfen: "Für Jonathas gilt genau das Gleiche wie für Walace. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Spieler wieder funktionieren."

Jonathas de Jesus

  Soll ebenfalls bleiben: Jonathas



Allgemein gebe es "viel zu tun." In wenigen Wochen beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison, gemeinsam mit Ex-Spieler und Sportdirektor Jan Schlaudraff steht Slomka in der Pflicht, eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen, die sich im Rennen um den Aufstieg gegen Kontrahenten die dem Hamburger SV oder den VfB Stuttgart durchsetzt und in einem Jahr den direkten Wiederaufstieg feiern darf.