Leroy Sané ist der große Wunschtransfer des ​FC Bayern München, doch noch immer ist unklar, ob der Flügelspieler selbst eine Rückkehr in die Bundesliga anstrebt. Nachdem Sky-Reporter Torben Hoffmann behauptete, ​Sané wolle nicht noch einmal in Deutschland spielen, meldet Christian Falk, Fußballchef der Sport Bild, dass Sané noch keine Entscheidung gefällt habe. Jedoch wäre die Bundesliga alles andere als eine schlechte Anlaufstelle.


Denn so, wie ​Manchester City unter Pep Guardiola seit zwei Jahren in der Premier League dominiert, ist auch der FC Bayern in Deutschland das Maß aller Dinge. Trotz einer schwierigen Saison und dem wiedererstarkten Konkurrenten Borussia Dortmund sicherte sich der Rekordmeister die siebte Meisterschaft in Folge, gewann das zwölfte Double der Vereinsgeschichte und krönte eine turbulente Saison, gebrandmarkt von dem enttäuschenden Aus in der Champions League, mit zwei Titeln. 


Zudem wäre Sané in München das Gesicht des FC Bayern. Mit Franck Ribéry und Arjen Robben verlassen zwei Ikonen den Verein, den sie über zehn Jahre lang geprägt haben. In München steht eine neue Ära bevor, weshalb die Verantwortlichen nach neuen Star-Spielern suchen. Sané, der nach Anlaufschwierigkeiten in der Nationalmannschaft auch unter Joachim Löw eines der Gesichter der neuen DFB-Elf wurde, könnte daher auf nationaler Ebene das neue deutsche Aushängeschild werden.


Kern der Nationalmannschaft


Ein weiterer Punkt, der für den FC Bayern spricht, ist, dass die Münchner seit Jahren den Kern der Nationalmannschaft bilden. Mit Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Niklas Süle, Leon Goretzka und Serge Gnabry standen gleich fünf Spieler beim 3:2-Sieg über die Niederlande Ende März in der Startelf, die meisten von ihnen dürften auch künftig regelmäßig von Anfang an spielen. Somit würde Sané wöchentlich mit einem Teil der Nationalmannschafts-Kollegen auf dem Platz stehen und sich womöglich noch besser in das Spiel unter Löw einbinden. 

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   Beim FC Bayern würde Sané auf viele Bekannte aus der Nationalmannschaft treffen.



Auch aus finanzieller Sicht dürfte er kaum Abstriche machen. Zwar spielt Geld in Manchester kaum eine Rolle, weshalb die Verantwortlichen bei dem berichteten letzten Versuch, den 2021 auslaufenden Vertrag zu verlängern, mit einem fürstlichen Gehalt locken könnten, doch auch der FC Bayern zahlt teure Gehälter an seine Spieler. Wenig verwunderlich verzeichnete der Verein daher allein im Geschäftsjahr 2018 Personalkosten in Höhe von rund 315 Millionen Euro.


Die Bundesliga ist auf einem guten Weg


Des Weiteren wird die Bundesliga, die zu Zeiten von Pep Guardiola vor allem für defensive Stabilität und dem Lauern auf Kontersituationen bekannt war, wieder attraktiver. Mit RB Leipzig, Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen, 1899 Hoffenheim, Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg pflegen wieder mehr Mannschaften einen offensiven Fußball, zudem ist Borussia Dortmund unter Lucien Favre wiedererstarkt und will in der kommenden Saison noch einmal einen Schritt nach vorne machen. Die Gegner trauen sich auch gegen den FC Bayern gefährlich zu werden und spielen mutig nach vorne. Generell werden viele Spiele ansehnlicher - etwas, das Ilkay Gündogan beispielsweise immer wieder kritisierte.

Josep Guardiola,Leroy Sane

  Wird Sané der neue Star in München oder bleibt er bei ManCity nur einer von vielen?



Der Sprung von Manchester nach München wäre kein Rückschritt. Der FC Bayern zählt noch immer zu den europäischen Top-Vereinen und steht am Beginn einer neuen Ära. Leroy Sané könnte ein Teil der neuen Mannschaft werden, die Ära unter Niko Kovac prägen und über Jahre das neue Gesicht der Münchner werden. Bei einem Verbleib in Manchester sieht er sich weiterhin einem harten Konkurrenzkampf ausgesetzt, in dem er in den vergangenen Monaten meist unterlegen war. Die Frage ist daher: Geht Sané den leichten Weg und entscheidet sich für den FC Bayern, oder bleibt er bei den Skyblues und kämpft darum, sich ebenso durchzusetzen wie in der Nationalmannschaft?