​Heute Abend (21.00 Uhr) findet in Aserbaidschans Hauptstadt Baku das diesjährige Finale der Europa League statt - zwischen ​Chelsea London und ​Arsenal London. Die Trophäe geht also in jedem Fall in die englische Hauptstadt. Viele Engländer sind dennoch nicht vor Ort. 


Die Wahl der UEFA auf Baku als Endspielort fiel natürlich schon vor einiger Zeit. Dennoch muss man über diese Entscheidung sprechen. Jürgen Klopp (52) fragte bereits unlängst rhetorisch, was die Herren, die so etwas entscheiden, wohl zum Frühstück essen. 


Auch in London selber, vor allem in den beiden Fan-Lagern, dominiert (noch) der große Frust über die große Lust aufs Finale. Viele haben ihre bereits erworbenen Tickets zurückgegeben. Da die Preise für derartige Events traditionell hoch sind, ist auch ein massiver Ansturm der einheimischen Bevölkerung eher nicht zu erwarten. Das Olympiastadion von Baku (Fassungsvermögen: 69.000) dürfte heute viele freie Lücken aufweisen. Im rein sportlichen Bereich geht es um schon fixe Abschiede, einige eventuelle und natürlich um das Politikum rund um die Person von Henrikh Mkhitaryan (30).

Henrikh Mkhitaryan

Reiste aus Sicherheitsgründen nicht mit nach Baku: Henrikh Mkhitaryan


Der Armenier trat die Reise nach Aserbaidschan gar nicht erst an, da die UEFA die geforderten Garantien bezüglich seiner persönlichen Sicherheit während des Aufenthalts in Baku (erwartungsgemäß) nicht geben wollte bzw. konnte. Zwischen Armenien und Aserbaidschan besteht seit Jahren ein Grenzstreit um die Bergregion Karabach. Zweifelsohne bedeutet Mkhitaryans Fehlen eine sportliche Schwächung für die Gunners, auch wenn der ehemalige Dortmunder nie so ganz die hohen Erwartungen erfüllen konnte. 

Petr Cech

Macht sein letztes Spiel für Arsenal: Petr Cech


Definitiv in Baku dabei sein wird Petr Cech (37). Für den tschechischen Torwart ist das heutige Spiel das letzte seiner aktiven Karriere. Man munkelt bereits von einem eventuellen Job als Sportdirektor beim FC Chelsea. Ob er aber auch von Anfang an im Tor stehen wird, ist noch unklar. Arsenal-Trainer Unai Eméry (47) hielt sich in dieser Personalie bislang bedeckt. Im Laufe der vergangenen Saison hat Bernd Leno (27) regelmäßig das Tor in den Premier-League-Spielen gehütet, Cech kam in der Europa League zum Einsatz. Von den Leistungen über die gesamte Spielzeit her gesehen, müsste eigentlich der Deutsche im Kasten stehen. So sieht es auch Klub-Legende Tony Cascarino, der drastische Worte fand: für ihn wäre ein Einsatz von Cech "ein Entlassungsgrund", zitiert ihn der kicker.


Auf der Seite der Blues wird heute ebenfalls ein Spieler sein letztes Spiel absolvieren: Eden Hazard (28), in mehr als fortgeschrittenen Verhandlungen mit Real Madrid begriffen, sagt nach dem heutigen Finale "Goodbye, London". 

Eden Hazard

Schlägt demnächst seine Zelte im Bernabéu-Stadion auf: Eden Hazard


Ihm könnte Trainer Maurizio Sarri (60) folgen. Zwar konnte sich Chelsea durch einen dritten Rang in der Endtabelle für die Champions League qualifizieren, doch im Klub sind nicht alle Entscheidungsträger von ihm restlos überzeugt. Sarri will nach dem Finale auf jeden Fall das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen. Ein Triumph gegen Arsenal wäre da sicherlich ein hilfreiches Argument. 


Es gibt also genug Zünd-und Gesprächsstoff rund um dieses rein Londoner Finale. Übrigens ein Novum - noch nie gab es ein Europa-League-Finale zwischen zwei Teams aus derselben Stadt. Angesichts der erdrückenden Finanzkraft der Premier League werden wir uns in den kommenden Jahren wohl daran gewöhnen müssen.