​Dass ​Bobby Wood (26) wohl keine Zukunft mehr beim ​Hamburger SV hat, ist unbestritten. Auch sein Leih-Gastspiel bei Hannover 96 konnte die Lage für den US-Amerikaner nicht zum Besseren wenden. Jetzt flog er auch noch aus der sicherlich nicht zur internationalen Spitze zählenden Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten. 


Ausgemustert, mit Preisschild versehen (wobei: sie würden ihn wohl auch zum Null-Tarif abgeben, hauptsache er ist endlich weg) und ohne Perspektive in Hamburg. Daran wird wohl auch ein möglicherweise noch stattfindendes Gespräch mit dem neuen Sportvorstand Jonas Boldt (37) nichts ändern. Zu dieser mehr als unbefriedigenden Situation auf Klubebene kommt nun der nächste Nackenschlag: diesmal aus dem Lager der US-amerikanischen Nationalelf. 

Wie die Mopo berichtet, hat Nationaltrainer Gregg Berhalter (45) Bobby Wood nicht für den anstehenden Gold-Cup (quasi das amerikanische Pendant zur Europameisterschaft) nominiert. Und zwar nicht wegen Woods Knkieproblemen, die den gebürtigen Hawaiianer zu Beginn der Saison und bis in den Frühling hinein plagten, sondern schlicht und einfach aus Leistungsgründen. 


Kein Wunder, konnte sich Wood doch weder beim "großen" HSV in Hamburg im vergangenen Jahr, noch beim "kleinen" HSV in Hannover in dieser just abgelaufenen Spielzeit nachhaltig empfehlen. Im Gegenteil: glücklos, lustlos und ohne rechte Bindung weder zu Mannschaft noch zu den jeweiligen Fans, scheint Bobby Wood nur noch sein Gehalt einstreichen zu wollen. Das wiederum fürstlich ist (beim HSV verdient er auch in der ​Zweiten Liga noch etwas mehr als zwei Millionen Euro im Jahr). 


Entsprechend bekamen bei Berhalters Bekanntgabe seines Kaders für die Kontinentalmeisterschaft (16.Juni bis 8. Juli) andere Stürmer den Vorzug. Namen wie Tyler Boyd (Ankaragücü), Jonathan Amon (Nordsjaelland) oder Joe Gyau (MSV Duisburg) dürften wohl nur echten Experten ein Begriff sein. Insgesamt lud Berhalter sage und schreibe elf (!) Stürmer zum Trainingslager ein - doch für Wood war kein Platz. Ironie des Schicksals: der letzte Verein, bei dem er mit konstant guten Leistungen zu überzeugen wusste (und das entsprechende Interesse nicht nur des Hamburger SV weckte) ist gestern, ohne ihn, zum ersten Mal in seiner Geschichte aufgestiegen. Ob sie sich bei ​Union Berlin überhaupt noch an ihn erinnern?