Am Ende thronte wieder einmal der ​FC Bayern an der Spitze. Nach einer turbulenten Saison mit vielen Höhen und Tiefen sicherte sich der Rekordmeister und -Pokalsieger durch den ​3:0-Erfolg über RB Leipzig den 19. Erfolg im DFB-Pokal und gleichzeitig das zwölfte Double der Vereinsgeschichte. Während auf Niko Kovac, der nach dem Schlusspfiff wieder einmal nachdenklich wirkte, der wohlverdiente Urlaub wartet, können sich die Vereinsbosse den Rauswurf ihres Trainers auf gar keinen Fall leisten.


In den ersten 45 Minuten erlebten die Fans im Olympiastadion von Berlin kein allzu hochklassiges Spiel, ehe beide Mannschaften nach dem Seitenwechsel das Risiko erhöhten. Dank einer Glanzleistung von Manuel Neuer, einem Doppelpack von Robert Lewandowski und einer starken Einzelaktion von Kingsley Coman aber setzten sich die Münchner Bayern im achten Duell zum sechsten Mal gegen mutig agierende und zwischenzeitlich dominante Leipziger durch. Für Niko Kovac war der Sieg verdient, wenngleich er weiß, dass Rückkehrer Neuer einen großen Anteil daran hat: "Manu hat uns zweimal sehr gut im Spiel gehalten" (via Sport1). 


​In den vergangenen Wochen wurde immer wieder über die Zukunft des Kroaten an der Säbener Straße diskutiert, zahlreiche Namen ins Spiel gebracht. Einer Meldung von Spox und Goal zufolge sei das Aus bereits ​beschlossene Sache gewesen, nun aber stehen die Zeichen eindeutig auf eine weitere Zusammenarbeit. Kovac, das ist nach dem Double-Erfolg klar, wird auch in der neuen Saison auf der Trainerbank des Rekordmeisters sitzen. 

Doch wie schon nach dem Gewinn der Meisterschaft in der Vorwoche äußerte er auch nach dem Pokalsieg nachdenkliche Worte, die einen Blick in sein Seelenleben erlauben: "Ich würde mir manchmal wirklich wünschen, dass alles ein bisschen anders läuft. Das Rad zurückzudrehen ist schwierig. Wir sollten alle daran arbeiten, wir sind schließlich alles Menschen. Wir sollten zusehen, dass wir miteinander auskommen", so Kovac gegenüber SkyNoch einmal betonte er, interne Informationen erhalten zu haben und keineswegs aufgeben zu wollen, stattdessen will er sich weiterhin durchbeißen.


Rummenigges kurioses Bekenntnis


Alles in allem sei er "glücklich" über das "Happy End", nun steht der wohlverdiente Urlaub auf dem Plan: "Wir brauchen jetzt mal zwei, drei Wochen, um herunterzukommen", so Kovac, der im Anschluss bereits den Fokus auf die Zukunft legt: "Dann werden wir die neue Saison vorbereiten." Dies scheint auch im Sinne von Karl-Heinz Rummenigge, der am ehesten ein klares Bekenntnis zum Trainer zu vermeiden wusste, wie aber schon bei BILD 100 Sport am Freitag andeutete, dass ein Rauswurf nicht zur Debatte steht: "Am Ende des Tages müssen wir Titel holen, da ist der Trainer ein wichtiger Bestandteil. Es hat keiner infrage gestellt und es war für uns auch kein Thema, dass er bei der Laufzeit des Vertrages kein Trainer mehr wäre."

Anders als in dieser Spielzeit aber wird Kovac künftig noch mehr im Fokus stehen, schließlich wird er eine neue Mannschaft aufbauen und entwickeln müssen. Wenn er weiterhin erfolgreiche Arbeit leistet, dürften die Sprechchöre aus der Fankurve, die auch kurz nach dem Abpfiff im Berliner Olympiastadion ertönten, nicht weniger werden - im Gegenteil.