Erst am letzten Spieltag machte ​Bayer Leverkusen die Qualifikation für die Champions League klar. Nach einer starken Rückrunde möchte man den Kader aber weiter verstärken, um vor allem für die Doppelbelastung gerüstet zu sein. Dafür könnte nun ein sehr erfahrener Mann kommen, der momentan noch auf der Insel spielt. Bayer Leverkusen soll nämlich ein Interesse an ​Arsenals Laurent Koscielny angedeutet haben. Wir zeigen euch, was hinter dem Gerücht steckt.


1. Die Quelle

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Die Neuigkeiten wurden in den letzten Tagen vor allem aus Frankreich in die Welt gesetzt. Der Urheber des Gerüchts war nämlich die L'Equipe: sie deuteten an, dass Arsenal seinen Kapitän in diesem Sommer abgeben möchte. Gleichzeitig berichteten sie, dass der Bundesligist durchaus mit einem Wechsel in Verbindung gebracht werden könnte. Damit hätte man also viele Komponenten eines Transfers zusammen, doch ob die Neuigkeiten wirklich derart realistisch sind, bleibt erst einmal offen. Zumindest handelt es sich bei dem französischen Blatt um eine seriöse Quelle, die in der Vergangenheit schon mögliche Transfers früh erkannte.


2. Der finanzielle Rahmen

Wenn man das Gerücht mal etwas auseinander nimmt, gibt es allerdings ein paar Argumente, die für einen Wechsel sprechen könnten. Da wäre zum einen der finanzielle Aspekt, bei dem Leverkusen durchaus mitreden kann. Beim FC Arsenal besitzt der 33-jährige Franzose nämlich nur noch einen Vertrag bis 2020, laut den Medienberichten möchte Arsenal den Verteidiger aber abgeben. Demnach würde eine Ablöse nicht allzu hoch ausfallen, mit den Champions-League-Geldern wäre diese auf jeden Fall zu stemmen. Allerdings schlägt etwas anderes ins Gewicht, nämlich das Gehalt des Profis. Mit seiner Erfahrung und unbestrittenen Qualität könnte Koscielny durchaus zu einem Top-Verdiener bei Bayer werden, sollte er auch nur annähernd sein jetziges Gehalt fordern. Momentan verdient er auf der Insel etwa 100.000 Euro pro Woche. Ob Leverkusen bereit wäre, ein hohes Gehalt zu zahlen, ist mehr als fraglich.


3. Aktuelle Situation

Laurent Koscielny,Joshua King

Das wichtigste ist aber wahrscheinlich, die sportlichen Intentionen der Leverkusener zu berücksichtigen. Ein Transfer von Koscielny wäre auf der einen Seite sinnvoll, da man sich relativ günstig mit viel Erfahrung und enormer Präsenz für das Abwehr-Zentrum verstärken könnte. Für seine jungen Mitspieler wäre der Franzose ein Anker, der vor allem in der Champions League bereits 41 Spiele aufweisen kann. Allerdings würde ein Wechsel auch viel Risiko mit sich bringen. Durch das hohe Alter ist eine konstante Leistung des Defensiv-Spielers nicht mehr wirklich gewährleistet, schon in den letzten Jahren baute der Franzose ab. Zudem klagt Koscielny immer wieder über Verletzungen, in dieser Saison verpasste er fast die gesamte Hinrunde. Wenn der 33-Jährige allerdings fit bleiben sollte, dann wäre er durchaus eine Verstärkung für die nicht immer stabile Hintermannschaft von Bayer.


Klar ist zum jetzigen Zeitpunkt, dass sich Bayer Leverkusen für die nächste Saison ordentlich verstärken möchte und auch muss. Ob Laurent Koscielny dafür allerdings der richtige Spieler ist, kann eher als unwahrscheinlich eingeschätzt werden. Zum einen ist der Verteidiger einfach zu inkonstant in seinen Leistungen und seiner Fitness, zum anderen würde der Franzose ein hohes Gehalt fordern. Sowieso hat Bayer schon jetzt vier Innenverteidiger im Kader, die in Bestform allesamt Stammelf-Kandidaten wären. Für Koscielny wird die Zeit beim FC Arsenal also wahrscheinlich enden, dass sie allerdings in der ​Bundesliga und vor allem in Leverkusen weiter geht, ist aber kaum denkbar.