​Nachdem sich der ​Hamburger SV vereinsintern, d.h. zwischen Sportchef Ralf Becker und Vorstandsboss Bernd Hoffmann, darauf verständigt hat, das Ziel Wiederaufstieg 2.0 mit einem erfahrenen Mann auf der Trainerbank anzugehen, schälen sich zwei Namen als die aussichtsreichsten Kandidaten für die Chef-Rolle im Volkspark heraus: Bruno Labbadia und ​Dieter Hecking


Bei aller Liebe zu Bruno Labbadia, dem Retter des HSV in der Saison 2014/15: der neue Trainer im Volkspark muss Dieter Hecking heißen. 


Schon aufgrund der reinen Stringenz sollte dieser x-te Neuanfang dann auch wirklich etwas Neues darstellen. Denselben Trainer zum dritten Mal innerhalb von zehn Jahren als den Heilsbringer vorzustellen, würde dem angestrebten Neuanfang logischerweise entgegenstehen und ihm vor allen seine Glaubwürdigkeit nehmen. Man verstehe mich nicht falsch: ich bin von Bruno Labbadia als Trainer überzeugt. Doch jetzt muss der HSV einfach tabula rasa machen und einen neuen, noch unbeschrittenen Weg gehen. Und zwar mit Dieter Hecking! 


Grund 1

Der Mann kann Aufstieg. Mit dem VfB Lübeck (seiner zweiten Trainerstation) schaffte Hecking in der Saison 2001/02 den vielleicht schwierigsten Sprung im deutschen Fußball, nämlich aus der Regionalliga in die Dritte Liga. Und nicht nur das: er hielt die Schleswig-Holsteiner auch in der Folgespielzeit in der dritthöchsten Klasse. Auch bei seinem folgenden Verein, Alemannia Aachen, gelang ihm der Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse. 2005/06 schafften Hecking und seine Aachener den Einzug in die Bundesliga. 

Nach Aachen betreute Hecking den "kleinen" HSV aus Hannover und stellte dort unter Beweis, auch, ...


Grund 2: 

... Abstiegskampf zu beherrschen. Als Hecking in Hannover das Ruder von Peter Neururer übernahm, standen die "Roten" auf dem letzten Tabellenplatz. Am Ende wurde 96 noch Elfter. 

Seinen nächsten Arbeitgeber, den 1.FC Nürnberg, führte Hecking aus unteren Tabellenregionen bis zu einem sensationell anmutenden sechsten Platz (Saison 2010/11). 


Nach seiner Nürnberger Zeit zog es Hecking wieder nach Niedersachsen. Diesmal heuerte er bei den Wölfen aus Wolfsburg an. Im ersten Jahr (2013) entledigte Hecking den Verein sämtlicher Abstiegssorgen, um ihn in der zweiten Saison bis in die Europa League zu führen. Im dritten Jahr wurde Hecking mit dem VfL gar Vize-Meister und gewann obendrein den DFB-Pokal (Heckings erster Titel im deutschen Fußball). Der Mann kann also auch Titel. Wobei ich von Titeln für den HSV gar nicht erst anfangen will, zu reden...


Auch bei seiner letzten Station Borussia Mönchengladbach hat Dieter Hecking nachgewiesen, eine Mannschaft besser machen zu können und sie auf ein neues Qualitätslevel zu hieven. 


Grund 3: 

Der dritte Punkt pro Hecking in dieser argumentativen Kette. Nach einem neunten und einem zehnten Platz, steht in dieser Saison der Einzug ins internationale Geschäft. Kurzum: in einer Vielzahl von durchaus als schwierig zu bezeichnenden Vereinen hat Hecking allerorten für eine Leistungssteigerung gesorgt und dabei die unterschiedlichsten Problemszenarien bewältigt. Also genau das, was die HSV-Bosse von ihrem neuen Übungsleiter erwarten.