Der Poker um Alexander Nübel geht weiter. Während die Schalker unbedingt mit dem 22-jährigen Torhüter verlängern wollen, müssen sie durch die mittlerweile für sie ungünstige Vertrags-Situation auf ein kleines Fußball-Wunder hoffen. Die möglichen Zukunftsszenarien im Fall Nübel sehen für den ​S04 wahrlich nicht positiv aus...


Als "einer der wenigen Lichtblicke" in dieser Schalke-Saison wird er die Tage und Wochen häufig betitelt. Mit dem Austausch der Nummer eins im Tor bei den Schalkern hat Domenico Tedesco im Frühjahr rückblickend viel richtig gemacht. Nübel ersetzte Fährmann, der in vielen Spielen zuvor durch leichtsinnige Fehler auffiel, und das in einer Saison, in der die Mannschaft einen starken und sicheren Rückhalt dringend benötigt hätte. Fährmann habe den Kopf nicht frei, hörte man damals viel.


Alexander Nübel, 2015 von Paderborn nach Schalke gewechselt, erwies sich als junges Torwart-Talent. Schon vorher - als er Ralf Fährmann verletzungsbedingt das ein oder andere Mal ersetzen musste - konnte er zeigen wie ruhig, nervenstark und sicher er sich seiner Aufgabe ist. Das macht natürlich schnell andere Vereine aufmerksam, vor allem weil Schalke es schlichtweg verpasst hat, rechtzeitig einen neuen, längerfristigen Kontrakt mit der Nübel-Seite zustande zu bekommen. Denn der aktuelle Vertrag läuft schon in einem Jahr aus, und das stellt Schalke vor schwierige Zukunftsszenarien in der Causa Nübel.

Alexander Nuebel

Nübel ist auch Nationaltorwart für die deutsche U21-Mannschaft


Ohnehin wird der junge Torhüter bereits seit etwas längerer Zeit den ​Bayern in Verbindung gebracht. Der Verein soll sich schon nach ihm erkundigt haben, doch ​​Jochen Schneider bat Karl-Heinz Rummenigge zuletzt darum, sich (öffentlich) diesem Thema fernzuhalten. 


Nübel könnte demnach bereits in diesem Sommer wechseln, Schalkes letzte Möglichkeit mit dem aktuellen Arbeitspapier noch eine Ablöse zu erzielen. Das hat der Verein bei Spielern wie Goretzka verpasst. Dass dieser Fall eintritt, gilt zurzeit allerdings als unwahrscheinlich, wie auch die Bild berichtet. 


Möglich wäre es auch, dass der Youngster in der kommenden Saison für Schalke auflaufen wird und dann im darauffolgenden Sommer ohne Ablöse geht. Das würde dem Verein zwar finanziell schmerzen, doch so könnten sie mit Nübel auch in der ersten Saison unter Wagner einen guten Rückhalt haben, und in diesem Jahr auf die Suche nach einem potenziellen Nachfolger gehen. Berichten zufolge gilt dieses Szenario als das wahrscheinlichste, im Gegensatz zu allen anderen.


Eine Verlängerung scheint mittlerweile fast ausgeschlossen


Dass Nübel seinen Vertrag verlängert wäre wohl der Wunsch vieler Schalker. Auch Jochen Schneider wünscht ihm und sich, dass er das neue "Gesicht" von Schalke werden kann. Dafür müsste eine Verlängerung her. Die Möglichkeit, eine Vertragsverlängerung anzunehmen, die indirekt schon regelt, wann und für welche Ablöse er gehen darf, scheint noch möglich. So könnte Nübel bis 2021, also noch ein weiteres Jahr für den S04 auflaufen, hätte dann aber unabhängig der Leistung und Entwicklung schon eine feste Summe, für die er (bspw. nach München) gehen darf. Die Bild schätzt das ebenfalls als noch möglich, aber nicht wahrscheinlich ein.


Die letzte Option ist die "Fußball-Romantik"-Option. Eine Vertragsverlängerung über mehrere Jahre ohne feste Ausstiegsklausel, sodass der Verein bei etwaigen Angeboten und Wechselwünschen den Preis bestimmen könnte. Dafür wäre zwar eine große Gehaltsaufbesserung nötig, doch das wäre der Verein vermutlich bereit einzugehen. Da Nübel und seine Berater-Firma allerdings schon für die Zukunft zu planen scheinen, und sowas im Fußball-Business immer seltener wird, gilt dies quasi als ausgeschlossene Option.


Für Schalke kommt erschwerend hinzu, dass, aufgrund der von Christian Heidel verpassten, frühzeitigen Gespräche, die Nübel-Seite erst nach der U21-EM über vertragliche Details sprechen möchte. Während der EM werden einige Vereinsverantwortliche ein Auge auf dem deutschen Schlussmann haben, was für S04 nicht förderlich wäre.