Das Spiel gegen ​Borussia Dortmund am vergangenen Samstag wird von vielen Anhängern und Journalisten als Spiegelbild der Saison gesehen. Zu Beginn hui, die zweite Hälfte pfui. Doch darüber hinaus hatte die Spielzeit auch mehr zu bieten, vor allem für die einzelnen Spieler. Mit unseren nicht ganz offiziellen Awards zeigen wir euch die Tops und Flops der Saison bei ​Borussia Mönchengladbach


Spieler der Saison – Yann Sommer

Nimmt man die Tore als Maßstab, so wäre Alassane Plea mit zwölf Saisontreffern sicher der beste Spieler. Nimmt man alle Scorerpunkte, wäre Thorgan Hazard sicher der Spieler der Saison mit insgesamt zehn Toren und elf Assists. Wer aber 13 Spiele die Null hält, teilweise mit fantastischen Paraden Siege und Punkte festhält und somit erst den Weg überhaupt ins internationale Geschäft ebnet, ist ganz klar „Spieler der Saison“. Auch deshalb, weil sich Yann Sommer im Gegensatz zu den Kollegen keinen Leistungsabfall gönnte.

Yann Sommer


Flop der Saison – die Rückrunde

Wenn nach einer Hinserie 33 Punkte und nur vier Niederlagen auf dem Konto stehen, ist es klar, dass man die Hoffnung auf Größeres antreibt. Warum man aber plötzlich alles verlernt zu haben scheint, was einen in der Hinrunde auszeichnete, warum selbst einfachste Dinge nicht mehr klappten und man plötzlich eine Heimphobie nach einem Beinahe-Rekord entwickelte, bleiben die großen Rätsel dieser höchst fragwürdigen Rückrunde, in der man beinahe alles Erreichte noch verspielt hätte.

Yann Sommer,Patrick Herrmann,Florian Neuhaus,Christoph Kramer


Überraschung der Saison – Jonas Hofmann

In der Hinrunde war Jonas Hofmann die Überraschung, weil er plötzlich seinen Platz im neuen System gefunden hatte und mehr noch: er überzeugte vollends und bewies, dass er mehr als nur Talent hat. In der Rückrunde aber war es mindestens ebenso überraschend, dass er wieder komplett in den alten Trott verfiel und sein Können nur noch gelegentlich aufblitzen ließ wie in Nürnberg.

Jonas Hofmann


Enttäuschung der Saison – Der Umgang mit der Krise

Ja, es war eine handfeste Krise, die die Borussia in der Rückrunde erlebte. Das jedoch wurde immer wieder weggewischt, man sprach von einer „Phase“ und einer „Durststrecke“. Es ist nachvollziehbar, dass man das Problem nicht noch größer machen wollte, als es eh schon war. Wie sich aber eine ganze Schar von Spielern nicht dagegenstemmen wollte und mit Durchhalteparolen versuchte, noch schönzureden, was dort teilweise vor sich ging, war schier unverständlich.

Dieter Hecking


Newcomer der Saison – Florian Neuhaus

Es war seine erste Saison im Oberhaus überhaupt, aber wie ruhig und abgeklärt er dort im Mittelfeld teilweise seine Arbeit erledigte, war beeindruckend. Und mehr noch, seine Technik war zum Zungeschnalzen. Florian Neuhaus hinterließ einen bärenstarken Eindruck und unterstrich damit erneut, welch guten Riecher Max Eberl bei dessen Verpflichtung hatte. Das Leihgeschäft zu Fortuna Düsseldorf war genau die richtige Entscheidung, mit ihm wird Marco Rose in der kommenden Saison sicher seinen Spaß haben.

Florian Neuhaus


Aufreger der Saison – Das Pokaldesaster

Es gab vieles, über das man sich diese Saison bei den Fohlen im Jahr 2019 hätte aufregen können. Die Lethargie, die Sturheit des Trainers, oder schlicht das Ergeben in sein Schicksal. Aber am schlimmsten wog wohl erneut die verschenkte Chance im Pokal. Bereits in der zweiten Runde bekam man es daheim mit Bayer Leverkusen zu tun. Man ging daheim mit 0:5 unter. Der Rest sollte Schweigen über dieses Spiel bleiben.

Thorgan Hazard,Jonathan Tah


Pechvogel der Saison – Lars Stindl

Erst kam Lars Stindl verspätet in die Saison, weil er noch eine alte Verletzung auskurieren musste, dann zog er sich gegen Hannover ganz früh in der Partie einen Schienbeinbruch zu, weshalb er auch für das Ende der Saison verletzt fehlte. Ihm gilt es, alles Gute zu wünschen und zu hoffen, dass er nächste Saison verschont bleibt von weiteren großen Blessuren.

Lars Stindl