​Übermorgen (20.30 Uhr) ist es wieder soweit: der alljährliche Überlebenskampf zwischen dem Drittletzten der ​Bundesliga und dem Dritten der ​Zweiten Liga wird wieder Millionen Fußballfans, nicht nur in Berlin und Stuttgart, in seinen Bann ziehen. Manche empfinden die Relegation als finalen Schlussakkord der Saison, auf den einfach nicht zu verzichten ist, andere würden sie lieber heute als morgen abschaffen. 


Das Hauptargument derjenigen, die für ein Ende dieses Ausscheidungskampfes plädieren, ist immer wieder das gleiche: nach einer harten Saison, in der er den dritten Platz erkämpft hat, sei es schlicht und einfach ungerecht, diesen Tabellendritten der Zweiten Liga nun auch noch, sozusagen obendrauf, in einen ungleichen Kampf mit einem finanziell stärker aufgestellten Bundesligisten zu schicken. 


Und auch von der anderen Seite her betrachtet, sei es unfair. Mit der Relegation würde einem Bundesligisten - der bis dahin eine bescheidene Spielzeit hinter sich hat, in der er es vielleicht sogar verdient gehabt hätte, abzusteigen -  noch einmal eine letzte Chance gewährt. Auf Kosten des armen Zweitligisten. 


Dennoch halte ich die Relegation für sinnvoll: ich bin schließlich HSV-Fan. 


Nein, Spaß beiseite. Die zweifellos vorhandene qualitative Diskrepanz zwischen Drittletztem des Ober- und Dritten des Unterhauses wird in meinen Augen schon durch die jeweilige Entwicklung der betreffenden Saison relativiert. Der Drittletzte der Bundesliga hat mit Sicherheit keine angenehme Spielzeit hinter sich, wenn wir mal von der Konstellation eines Neulings absehen. 


Wenn ein SC Paderborn in der kommenden Spielzeit also in die Relegation muss, könnte das unter Umständen sogar den Zielvorgaben ("Hauptsache, drin bleiben!") entsprechen. 

Nur waren es in den letzten Jahren eher nicht die Neuankömmlinge im Oberhaus, die nachsitzen mussten, sondern so etablierte Vereine wie Hertha BSC, Eintracht Frankfurt, Hamburger SV oder der VfL Wolfsburg. Und für alle diese genannten Klubs war der 16. Platz nach dem 34. Spieltag mit Sicherheit kein Erfolgserlebnis. 


Mit dem entsprechenden psychologischen Rucksack geht so ein Bundesligist also in die Ausscheidung. Und der Zweitligist? Hat bis dahin eine zumindest nicht schlechte Saison gespielt (Sonderfälle, wie den des HSV, nehmen wir mal raus. Für die Hamburger wäre eine Relegation in der jüngst abgelaufenen Saison mit Sicherheit nicht das Traumergebnis gewesen) und hat nun in zwei Spielen die Möglichkeit, diese noch zu toppen. 


Die Diskussion wird natürlich weitergehen. Und vielleicht wird die Relegation auch irgendwann mal wieder eingestampft, und es steigen drei direkt ab und drei direkt auf. Bis dahin jedoch freuen wir uns auf spannende Duelle zwischen Oben und Unten.