​Am vergangenen Wochenende konnten die ​Schalke-Bosse bei der Mission Wiederaufbau  einen Durchbruch vermelden. Mit ​Michael Reschke konnte ein erfahrener Mann als neuer Technischer Direktor gewonnen werden. Der 61-Jährige, der zuvor als Sportvorstand des VfB Stuttgart gescheitert war, hat auch bei seinem neuen Arbeitgeber alle Hände voll zu tun.


Noch vor einem Jahr hätte man Reschke zweifellos zu diesem Engagement gratulieren können. Damals, als der FC Schalke 04 noch als Vizemeister gefeiert wurde und auch deren Manager Christian Heidel als absolut unantastbar galt. Die gerade abgelaufenen Spielzeit entwickelte sich aber schnell zu einem absoluten Offenbarungseid, bei dem tiefgreifende Mängel innerhalb des Vereins gnadenlos offen gelegt wurden.

Michael Reschke

Michael Reschke soll mithelfen, den FC Schalke 04 aus der Krise zu führen


Die Trennung von Christian Heidel war daher nur folgerichtig. Bereits seit Mitte März versuchte der neue Sportvorstand Jochen Schneider, die Königsblauen in ruhigere Fahrwasser zu führen, betonte dabei jedoch bereits bei seinem Amtsantritt, dass er weitere helfende Hände dringend benötige. Als neuer Technischer Direktor wird ihm nun ab dem 1. Juni der krisenerprobte Reschke zu Seite stehen.


​Das Aufgabenfeld für den ehemaligen Stuttgarter ist dabei riesig. So gilt es zunächst den Kader der Knappen wieder auf Vordermann zu bringen. Liebend gerne würde man sich dabei von den ständigen Unruhestiftern ​Nabil Bentaleb und ​Hamza Mendyl trennen, die zuletzt aufgrund von immer wieder auftretenden Disziplinlosigkeiten zurecht keine Rolle mehr spielten. Auch der als äußerst sensibel geltende Spielmacher Amine Harit ist den Anforderungen bei einem Verein wie dem FC Schalke 04 offenbar nicht gewachsen.


Problem nur, dass alle drei in diesem Sommer wohl nur mit einem deutlichen Verlust verkauft werden könnten. Vor allem der Fall Bentaleb, für den die Schalker im Sommer 2017 stolze 19 Millionen Euro an die Tottenham Hotspur überwiesen hatten, zeigt dabei die Transfer-Verfehlungen der letzten Jahre. Doch selbst wenn man sich vor einigen Altlasten trennen kann, gilt es die Mannschaft auch durch Neuzugänge zu verstärken.

Hamza Mendyl,Omar Mascarell,Nabil Bentaleb

Innerhalb der Mannschaft des FC Schalke 04 soll es einige Spannungen geben


Ohne die zuvor fast sicher eingeplanten Einnahmen aus der Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb, alles andere als eine leichte Aufgabe, zumal das internationale Renommee des Klubs durch die vergangene Saison erhebliche Risse erhalten hat. Interessante Spieler wie etwa ​Dodi Lukebakio, der bei seinem Leihklub Fortuna Düsseldorf in diesem Jahr groß aufspielte, sind so kaum von einem Wechsel ins Ruhrgebiet zu begeistern. Die kolportierte Ablöseforderun, die dessen Stammklub FC Watford derzeit aufrufen soll, liegt mit 20 Millionen Euro ohnehin deutlich über dem Limit der Schalker.


Doch nicht nur die Offensive der Königsblauen bedarf einer Generalüberholung, auch die Defensive zeigte sich zuletzt wenig sattelfest. Nun könnte man meinen, mit der Kaderplanung wäre Resche bereits ausreichend ausgelastet. Aus Vereinskreisen ist aber auch zu vernehmen, dass sich die Scounting-Abteilung der Schalker derzeit in einem nicht allzu guten Zustand befindet. 


Auch hier ist also die Expertise des ehemaligen Chefscouts des FC Bayern München gefragt. Dabei ist es den Schalkern zu wünschen, dass der gebürtige Rheinländer dabei mit seinen Anpassungen ein besseres Händchen beweist, als beim VfB. Auch dort wurde der Funktionär zu Beginn fast schon als Messias gefeiert, nur um später, wie so viele seine Vorgänger, den Mechanismen des Fußballs zum Opfer zu fallen. Allzu viele Fehlgriffe wird er sich auch im nicht immer einfachen Umfeld auf Schalke nicht leisten können.