​Er war einer der Lieblinge von Club-Chef Florentino Pérez. 91 Millionen Euro, so hieß es im September 2013, ließen sich die Königlichen von ​Real Madrid die Dienste von ​Gareth Bale (29) kosten. Doch trotz einiger entscheidender Treffer in verschiedenen Final-Spielen (spanischer Pokal, ​Champions League) ist der Waliser nie so richtig angekommen in der spanischen Hauptstadt. Jetzt wollen sie alle gar nicht mehr, dass er ankommt, sondern nur noch dass er geht. Doch das gestaltet sich mehr als schwierig. 


Die damals kolportierten 91 Millionen Euro waren die Summe, auf die sich Pérez und sein Londoner Amtskollege Daniel Levy von ​Tottenham Hotspur bezüglich der sprachlichen Kommunikation des Wechsels unter vier Augen geeinigt hatten. Denn: in Madrid gab es mit Cristiano Ronaldo bereits einen Mega-Star, und den wollte man auf keinen Fall dadurch verärgern, nicht mehr der teuerste Spieler aller Zeiten zu sein. Also sagte man der Presse, dass Bale "nur" 91 Millionen gekostet habe (und nicht, wie wir mittlerweile über Football Leaks erfahren haben, 101,4 Millionen Euro). 


Seit der Rückkehr von Zinédine Zidane auf den weißen Trainerstuhl gilt die Zeit für Bale bei Real jedoch als abgelaufen. Der Franzose hat bereits mehr als einmal deutlich gemacht, dass der Angreifer in seinen Plänen für die Zukunft des Vereins keine Rolle mehr spielt. Im gestrigen Liga-Abschluss gegen Betis Sevilla (0:2) ließ Zidane den Waliser über neunzig Minuten auf der Bank schmoren. 

Zinedine Zidane

Plant Real Madrids Zukunft ohne Gareth Bale: Zinédine Zidane (46)


Das Problem ist nur: er hat noch einen Vertrag bis 2022. Und derselbige bringt ihm satte 17 Millionen Euro jährlich ein. Netto! Kein Wunder, dass da die Konkurrenten nicht unbedingt Schlange stehen. Insgesamt scheinen eh nur ​Manchester United und Bales Ex-Klub und diesjähriger Champions-League-Finalist Tottenham Hotspur ernsthaft interessiert. Beiden schwebt jedoch nur ein Leihgeschäft vor, in dem das Gehalt des Walisers anteilig von ihnen gezahlt würde. Das wiederum will Real Madrid nicht, wie die Marca berichtet. 


In Concha Espina will man in der Causa Bale vielmehr gleich zu Beginn des Sommers reinen Tisch machen und den Spieler definitiv loswerden, sei es per Verkauf oder per Abfindung. Doch der Spieler weigert sich beharrlich, Eingeständnisse zu machen. Wenn er nicht für Real spielt, so der Spieler, "werde er eben Golf spielen" (und die 51 Millionen Euro Gehalt für die nächsten Jahre ohne Leistungsnachweis einstreichen). Ein Alptraum, auch für einen finanziell nicht notleidenden Klub wie Real Madrid. Die Situation erscheint aktuell derart festgefahren, dass man von einem langen und den ganzen heißen Madrider Sommer über andauernden Verhandlungsmarathon ausgehen kann.