​Nach dem Abschied ist vor dem Neuanfang. Nachdem der ​Hamburger SV gestern seine erste Zweitliga-Saison mit einem 3:0 zuhause gegen den MSV Duisburg beendet hat, beginnt ab heute das große Scherbensammeln - und die Suche nach einem neuen Trainer. 


Dabei verdichten sich immer mehr die Anzeichen dafür, dass es doch eher ein Vertreter der Kategorie "Entwickler" wird und nicht einer der sogenannten "namhaften" und bereits etablierten, wie z.B. ​Bruno Labbadia (53) oder Dieter Hecking (54). Mit diesen beiden Kandidaten ist kicker-Informationen zufolge gesprochen worden. 


Und beide sollen dabei bestimmte Forderungen bezüglich der Zusammenstellung des Kaders an die HSV-Verantwortlichen gerichtet haben, denen diese wiederum nicht nachkommen wollen (und, vor allem, nicht können). Dieser Sommer gilt als zweite Phase des vor Jahresfrist angekündigten Umbruches. Allen im Verein und in der Stadt war klar, dass es mit einer Transferperiode nicht getan sein konnte, um den alten Kahn HSV wieder in ruhigere Fahrwasser zu bringen. 


Eine der wesentlichen Weichenstellungen für die nun beginnende Phase der Konsolidierung war die vor gut einem halben Jahr angekündigte Einführung einer Gehaltsobergrenze auf maximal zwei Millionen Euro pro Jahr. In diesem Kontext wäre ein teuer zusammengekaufter und vom Gehaltsniveau anspruchsvoller Kader natürlich kontraproduktiv gewesen. 

Dieter Hecking

Wird wohl nicht der neue Trainer beim HSV: Dieter Hecking


Natürlich haben sich Hecking und Labbadia mittlerweile einen Status erarbeitet, der es ihnen erlaubt, entsprechende Erwartungshaltungen an ihren jeweiligen neuen Arbeitgeber zu richten. Nur wird eben beim HSV daraus nichts werden. 


Entsprechend wird es einer aus der preiswerteren Kategorie, und für die Mopo ist  jetzt auf einmal sogar der bis vor Kurzem noch in Köln tätige ​​Markus Anfang (44) in der Pole Position. Den verbindet mit Ralf Becker eine erfolgreiche Zusammenarbeit bei Holstein Kiel. Wenngleich diese, vor allem zum Ende hin, auch nicht ganz frei von Misstönen war. Dennoch hat der amtierende HSV-Sportvorstand absolutes Vertrauen in die fachliche Kompetenz von Anfang.


Ebenfalls noch nicht raus aus dem Rennen scheint Dimitrios Grammozis (40), der den SV Darmstadt 98 in rekordverdächtiger Zeit eine neue Spielkultur verpasst und ihn so wieder in ruhigere Tabellenregionen geführt hat. Auch Daniel Thioune, frisch gebackener Zweitliga-Aufsteiger mit dem VfL Osnabrück, und der ehemalige HSV-Spieler André Breitenreiter (zuletzt Hannover 96) haben noch Außenseiterchancen. Lange werden sie alle wohl nicht mehr auf einen Vollzug warten müssen. 

Dimitrios Grammozis

Noch mit Außenseiterchancen im Rennen: Dimitrios Grammozis


Der HSV plant, den neuen Trainer zeitnah, vielleicht noch in dieser Woche, bekannt zu geben.