Dass Julian Nagelsmann ab der kommenden Saison als Trainer zu ​RB Leipzig wechseln wird, ist bereits länger klar. Nach dem Ende seiner letzten Saison in Hoffenheim sprach er im kicker nun darüber, was er in Leipzig verändern will, was er beibehalten möchte und verriet, dass sie ganz oben angreifen wollen.


„Dann werde ich eben dort (Anm.: RB Leipzig) Meister", sollen sich die Spieler demnächst denken, wenn sie zwischen Leipzig und den Bayern wählen können - zumindest wenn es nach Julian Nagelsmann geht. Das ist (s)ein Ziel, gab er im Interview mit dem kicker zu Protokoll. Er will die Sachsen noch näher an die Spitze führen, den Abstand auf ​Bayern München verringern.


Wie er das erreichen will, legte der gerade mal 31-jährige Coach schon grob vor: „Wir müssen beibehalten, was sie sehr gut können", sagt er und meint damit vor allem die stabile Defensive. Leipzig hat in der Bundesliga diese Saison nur 29 Gegentreffer erhalten, weniger als Bayern (32) und Gladbach (42). Er wolle nicht den Fehler machen, und die "RB-DNA" völlig ändern.


Seine Idee, mehr Aspekte des Ballbesitz-Fußballs zu implementieren, wie er es schon in ​Hoffenheim tat, bleibt aber bestehen „um in beiden Spielphasen extremen Druck zu erzeugen und im Offensivspiel ein bisschen mehr Variabilität zu entwickeln". Das sähe er als positive Mischung, falls das in die Tat umgesetzt werden kann. 

Ralf Rangnick,, Timo Werner

Gulácsi, Rangnick und Werner: Drei Schlüsselfiguren in Leipzig - auch nächste Saison?


Timo Werner wäre ein elementarer Bestandteil der RB-Offensive, doch ein Verbleib gilt mittlerweile als sehr unwahrscheinlich. Ein Angebot zur Vertragsverlängerung soll schon länger vorliegen, man wolle es wenn möglich vermeiden, in das letzte Vertragsjahr zu gehen, um einen ablösefreien Abgang zu verhindern. ​Angeblich sei Werner sich mit Bayern schon einig, doch bei der Ablösesumme soll es noch Probleme geben. Nagelsmann sagt, er habe sich bisher erst einmal mit Werner getroffen. Auch er betont, dass er den Stürmer gerne behalten wollen würde, was aufgrund der vertraglichen Situation aber schwierig ist. 


Ohne auf weitere Details der Umsetzung einzugehen, gibt Nagelsmann noch an, mit einer "hungrigen Mannschaft" um Titel konkurrieren zu wollen. Auch wenn die Bayern was Gehälter und Ablösen angeht noch in einer "anderen Welt" spielten, wolle er junge Spieler dazu begeistern, mit Leipzig um Titel zu spielen: „Es gibt sicher sehr gute jüngere Spieler, für die der Schritt nach München noch zu früh ist, [...] aber in Leipzig eine gute Adresse sehen."


"Dann werde ich eben dort Meister."


Wenn Nagelsmann es schafft, wie geplant die defensive Stabilität beizubehalten, sie zu festigen, und gleichzeitig noch mehr offensive Gefährlichkeit einbringen zu können, dann könne der Verein "eine interessante Alternative" sein. Eine Kampfansage gab es auch schon: „Wir müssen schon versuchen, die Großen anzugreifen, damit Spieler sich sagen: Dann werde ich eben dort Meister."


Die Mischung RB Leipzig und Julian Nagelsmann birgt großes Potenzial, aber auch Gefahr. In Hoffenheim hat er zuletzt keine Stabilität in die Defensive bekommen, so haben sie ganze 13 Spiele nach Führung noch verloren.