Die ​Bundesliga verabschiedet sich nach dem 34. Spieltag in die Sommerpause, doch innerhalb der Vereine ist Stillstand verboten, da neben der Kaderplanung in vielen Fällen auch ein neuer Trainer an Bord geholt wird. Neben den Schiedsrichterleistungen wurde auch in dieser Spielzeit häufig über die Übungsleiter diskutiert, nicht selten sahen sich einige Klubs gezwungen, nach einer Misere zu handeln. Dass mittlerweile aber auch trotz einer sportlich aussichtsreichen Lage der Trainer in der Kritik steht, stört Dieter Hecking massiv, wie er nach seinem letzten Heimspiel als Trainer von ​Borussia Mönchengladbach erklärte.


Er selbst wollte sich nicht als Beispiel nehmen, gültig wäre es aber dennoch. Hecking führte die Borussia nach anderthalb schwierigen Jahren zurück nach Europa, speziell in der Hinrunde begeisterte die Mannschaft, ehe ein Leistungsabfall erfolgte. ​Die ​Trennung zum Saisonende wurde bereits Anfang April bekannt gegeben, und auch wenn Sportdirektor Max Eberl diesen Schritt mit einem Kurswechsel innerhalb des Vereins begründete, so handelten auch die Verantwortlichen anderer Klubs nach ähnlichem Muster.


"Gehen Sie in die Vierte Liga: Da ist jemand (Patrick Glöckner, Anm. d. Red.) Tabellenerster bei Viktoria Köln und wird am 33. Spieltag entlassen. Gehen Sie in die Zweite Liga: Markus Anfang wird souverän Meister - wird entlassen. Niko Kovac steht in Frage, obwohl er vielleicht das Double holt. Diese drei Beispiele zeigen doch: Eigentlich können wir zuhause bleiben, uns braucht keiner", mahnt Hecking deutlich.

Der 54-Jährige spricht von 15 Trainerwechseln in der Bundesliga, sieben davon nach Saisonende. Für die Trainer selbst sei diese Entwicklung alles andere als wohlwollend und auch die kürzlich entstandene Debatte um die Qualität deutscher Trainer betrachtet Hecking dadurch als falsch, da keine Bewertungsgrundlage vorhanden sei: "Wenn das so weitergeht, fragt man sich das nächste Mal: Wo sind die Trainer, die kontinuierlich Erfolg haben? Sie können keinen Erfolg haben, wenn man im Erfolgsfall entlassen wird."


"Alle" seien gefordert, die Trainer zu schützen und respektvoller mit ihnen umzugehen, schließlich werde der Respekt immer wieder selbst eingefordert. "Das ist eine Situation, die ich nicht gut empfinde. Ich bin sehr sehr skeptisch, was uns Trainer angeht, wie die nächsten fünf, sechs Jahre aussehen werden", sagt Hecking, der zum Abschluss noch einmal deutlich mahnte: "So darf es auf keinen Fall weitergehen aus meiner Sicht."