​Am Sonntag beendet der ​Hamburger SV die für ihn so desaströs verlaufene Spielzeit mit einem Heimspiel gegen den bereits abgestiegenen ​MSV Duisburg (15.30 Uhr). Der sportliche Wert dieser Partie ist gleich Null. Sowohl für die Hamburger als auch für die Zebras. Einen Antrag auf Nicht-Austragung hat dennoch keiner der beiden Vereine gestellt. 


Die große Frage rund um den Volkspark ist dieser Tage: wie werden die Fans auf den abermaligen Nackenschlag reagieren? Und - welche Fans? Wie viele finden überhaupt den Weg nach Stellingen? Bis heute, so berichtet die Mopo, haben mehrere Hundert Fans von ihrem Recht Gebrauch gemacht, ihre Karten zu stornieren - einige dieser Karte wurden jedoch danach sofort wieder verkauft. Seltsam genug. 


Das befürchtete Szenario eines halb leeren Stadions wird wohl so nicht eintreten, aber dennoch wird die Stimmung im Volksparkstadion sicherlich nicht überschäumend gut sein. Dafür ist zuviel zwischen Mannschaft und Fans in den vergangenen Monaten kaputtgegangen. Auch das ​misslungene Krisen-Management rund um die Trainer-Frage in dieser Woche dürfte den schwarz-weiß-blauen Anhängern sauer aufgestoßen sein. 


Es scheint, als würde der Dilettantismus der Verantwortlichen weiterhin seine Blüten treiben. Keine guten Vorzeichen für das Saison-Finale. In präventiver Voraussicht haben die HSV-Macher bereits vor längerem entschieden, auf die traditionelle Verabschiedung der scheidenden Spieler (Lewis Holtby, Hee-Chan Hwang, Orel Mangala, Pierre-Michel Lasogga und - eventuell - Jann-Fiete Arp) mit Blumenstrauß und warmen Worten der Offiziellen zu verzichten. 


Doch auch ohne diese Zeremonie boykottieren zu können, werden die Ultras unter den HSV-Fans sicherlich die eine oder andere Choreo dafür nutzen, ihre Wut gegenüber dem Klub auszudrücken. Bleibt zu hoffen, dass am Sonntag alles in einem vernünftigen Rahmen bleibt. Beim Spiel, das eigentlich keiner mehr braucht.