Die Vorbereitung für die kommende Saison hat für den ​Hamburger SV, unabhängig von der Tatsache, dass noch ein Pflichtspiel auf dem Programm steht, längst begonnen. Die Strategie der Hanseaten dabei ist, mehr Geld als in der letzten Saison zu investieren. Dafür jedoch müssen Spieler verkauft werden - neben Douglas Santos rückt dabei ein weiterer Name immer mehr in den Vordergrund.


​Julian Pollersbeck (24) hat insgesamt eine durchschnittliche Saison gespielt. Zwar liegt er im Weiße-Westen-Ranking der Zweiten Liga hinter Rafal Gikiewicz (Union Berlin) auf Platz 2, dennoch ist diese Spielzeit gerade aufgrund ihres Verlaufs im Schlussdrittel und des endgültigen (fatalen) Ausganges eher negativ gefärbt.


Pollersbecks Problem: er hält keine Unhaltbaren. Bei ihm sieht es immer ein wenig nach Dienst nach Vorschrift aus. Hatte er in der Hinrunde durchaus noch ein paar Momente, in denen er gut intervenierte, sind diese in der Rückrunde fast vollkommen verschwunden. Gefühlt war jeder Schuss auf sein Tor auch gleichzeitig ein Treffer. Dazu gesellten sich dann auch noch wahrhaftige Patzer wie beim 1:1-Ausgleichstor gegen Erzgebirge Aue, als er unter einem Eckball hindurch segelte. 


Entsprechend mehren sich, laut dem Hamburger Abendblatt, die Stimmen innerhalb des HSV, Pollersbeck noch in diesem Sommer zu Geld zu machen. Seine Kritiker werfen dem U21-Europameister von 2017, über die reinen Leistungsdaten hinaus, allgemein fehlenden Biss vor. 

Das erinnert sehr an die Worte seines ehemaligen Torwarttrainers aus Lauterer Zeiten, Gerry Ehrmann. Der warf Julian Pollersbeck bereits vor zwei Jahren, in seiner ersten Saison bei den Rothosen, vor, zu denken "er habe es nicht nötig" hart zu trainieren. Er sei "zu bequem" und habe "sehr wenig Eigenantrieb". Ein vernichtendes Urteil für einen jungen Fußballprofi. Egal auf welcher Position. Deshalb dürften auch die vom HSV angestrebten acht Millionen Euro, die man sich von einem Verkauf des gebürtigen Altöttingers verspricht, etwas zu hoch gegriffen sein. 


Hinzu kommt, dass man im Falle eines Abgangs von Pollersbeck natürlich auch eine entsprechende Alternative haben muss. Da tut sich auf dem ohnehin immer etwas komplizierten Torwartmarkt momentan keine echte Option auf. 


In diesem Zusammenhang könnte man vielleicht den Namen von​ Markus Schubert ins Spiel bringen. Der 20-jährige Keeper von Dynamo Dresden hat erst vor kurzem angekündigt, ​den Verein in diesem Sommer zu verlassen, was bei den Dynamo-Offiziellen für Unmut gesorgt hat. Wohin es den aktuellen U21-Torhüter verschlägt, ist noch nicht bekannt. Eine Spur führt zur Fortuna nach Düsseldorf. Eine belastbare Verbindung zum HSV gab es bisher hingegen nicht.