​Rund um die Planungen für die kommende Spielzeit, die der ​HSV selbstverschuldet erneut in der ​Zweiten Liga verbringt, fällt stets der Name ​Douglas Santos (25). Der Brasilianer ist nämlich der einzige Spieler im Kader, mit dem der HSV richtig Kasse machen kann. Das Interesse von Bayer Leverkusen am brasilianischen Linksverteidiger ist seit längerem verbrieft. Genau wie das Preisschild, das man ihm vonseiten der Hanseaten verpasst hat. Jetzt scheinen sich beide Vereine näher zu kommen.


25 Millionen Euro sollten es dann schon sein, so die Verantwortlichen beim HSV. Vom Grundsatz her auch durchaus berechtigt: der Spieler (Olympiasieger 2016 mit Brasilien) ist jung, hat dennoch schon Erfahrungen mit seiner Nationalmannschaft gesammelt (die seit alters her zu den stärksten der Welt zählt) und - er ist ein Linksfuß. Und Spieler mit dieser Charakteristik sind, weil statistisch einfach seltener, auf dem Markt sehr begehrt. 


Dennoch werden auch die ​Bayer-Bosse wissen, dass es dem HSV momentan finanziell nicht allzu gut geht. Selbst für einen durchschnittlichen Ergänzungsspieler wie Berka Özcan musste die Ablöse von 1,5 Millionen Euro (im Aufstiegsfall wären es drei Millionen Euro gewesen) auf mehrere Raten verteilt werden. Ein anderer Neuzugang (David Kinsombi) musste sich gar selbst an seinem eigenen Transfer beteiligen. So weit zu den Fakten.


Dennoch berichtet die Mopo, dass gestern die erste ernsthafte Verhandlungsrunde zwischen den Parteien stattgefunden hat. Den Rheinländern schwebt dabei eine Summe von um die zwölf Millionen Euro vor. Das dürfte für den HSV eigentlich zu wenig sein - doch man ist, wie gesagt, in einer gewissen Notsituation. Aus Erfahrungswerten ableitend, kann man sich dennoch gut vorstellen, dass sich beide Seiten noch jeweils einen Schritt entgegenkommen und am Ende etwa 15 Millionen Euro fix gezahlt werden, plus eventueller erfolgsabhängiger Boni-Zahlungen. 


Beide Vereine dürften aus Gründen der Planungssicherheit ein Interesse daran haben, diese Personalie nicht zum Sommer-Dauerbrenner-Thema mutieren zu lassen. Der mögliche Champions-League-Starter Bayer Leverkusen hätte einen gleichwertigen Ersatz für den abwanderungswilligen Wendell (AS Rom? Paris St.Germain?) gefunden, die Hamburger erhielten dringend benötigtes Kapital, um den angekündigten Kaderumbruch voranzutreiben. Dem gestrigen Treffen dürften also schon bald weitere folgen.