Bei ​Borussia Dortmund glaubt man an die Chance, den Titel am 34. Spieltag noch gewinnen zu können. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke ist gar euphorisch und kündigt eine Meisterfeier inklusive Autokorso bis Montagmorgen an. Doch bevor das Fell des Bären verteilt wird, muss er erst mal erlegt werden.


In Dortmund will man sich die Vorfreude auf den letzten Spieltag der Bundesligasaison 2018/19 nicht nehmen lassen. Das große Finale gegen ​Borussia Mönchengladbach mit dem Fernduell gegen den ​FC Bayern München, die daheim gegen ​Eintracht Frankfurt antreten, lässt noch alle Träumereien zu. Daher glaubt Hans-Joachim Watze auch noch an den Titel beim BVB und „dass die Möglichkeit auch nicht so klein ist, wie der ein oder andere glaubt“, erklärt er in der Sport Bild.


Realismus ist für den 59-Jährigen aber kein Fremdwort. „Ich kann aber auch Wahrscheinlichkeitsrechnung. Ich weiß, dass die Bayern die größere Wahrscheinlichkeit haben. Aber für uns ist es schon ganz cool, dass wir am 34. Spieltag noch die Möglichkeit haben. Das wollen die Deutschen doch alle haben. Ich habe die ganzen Jahre gelesen, dass keine Spannung da ist – jetzt haben wir sie“, so der BVB-Boss weiter.


Dafür aber muss vor allem der BVB seine Hausaufgaben in Gladbach erledigen. Geht das auf, ist der FC Bayern in Zugzwang gegen eine Eintracht, die ebenfalls viel zu verlieren hat. Sollten die Westfalen dann die Schale in den Händen halten, ist bereits für den Abend Party angesagt. „22 Uhr ist Meisterfeier – wenn es eintrifft. Wenn es so ist, dann ist alles geplant, Sonntag ist der Korso. Wenn wir dieses Mal Meister werden, können wir 24 Stunden fahren. Sonst habe ich immer gesagt: Nicht so lange, ich bin nach vier, fünf Stunden fix und fertig, da hab ich schon zehn Bier getrunken und weiß gar nicht, wie es weitergeht. Da habe ich immer gesagt: Abkürzen, abkürzen. Jetzt können wir fahren bis Montagmorgen, ich bleibe an Bord.“


Ein Lob für den Dauerrivalen hat er aber dennoch übrig. Denn sollte der FC Bayern zum siebten Mal hintereinander die Schale in den Händen halten, will er den Erfolg neidlos anerkennen. „Dann werde ich auch am Montagmorgen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß anrufen. Dafür, dass wir uns so ein intensives Rennen liefern um die Meisterschaft, ist es sehr stilvoll zwischen beiden Vereinen zugegangen“, erklärt Watzke.


Den DFB-Pokal will er sogar lieber bei den Süddeutschen sehen, die am nächsten Wochenende im Finale gegen ​RB Leipzig stehen. Das hat einen simplen Grund, den Watzke wie folgt ausführt: „Ich gönne es den Bayern. Das hat einfach einen ganz praktischen Grund: Dann spielen wir gegen die Bayern im Supercup und da hätte ich wieder Bock drauf.“ Es scheint, als habe der Geschäftsführer richtig Bock auf das Saisonfinale.