​Dieser Tage präsentiert sich der einst so stolze​ Hamburger SV wieder mal als unübertreffliche Quelle für Spott und Häme. Oder nur noch ratloses Achselzucken. Die Posse um den (Noch-)Trainer Hannes Wolf, mit angeblich falsch wiedergegebenen Zitaten und täglich wechselnden Aussagen von ebenso täglich wechselnden Protagonisten, überlagert schon wieder komplett die Perspektive auf das Wesentliche: zeitnah einen Übungsleiter zu finden, mit dem das Projekt Aufstieg in Liga 1 angegangen werden kann. 


Es schälen sich in diesem Zusammenhang zwei unterschiedliche Herangehensweisen heraus: die von ​Sportchef Ralf Becker favorisierte, einen noch relativ jungen und noch am Beginn seiner Entwicklung stehenden Trainer zu holen, und die Variante, einen absolut erfahrenen Trainer zu verpflichten. 


Für diese zweite Zielgruppe stehen exemplarisch die Namen von Bruno Labbadia (53), Dieter Hecking (54) und Peter Stöger (53). Alle haben schon bei mindestens fünf verschiedenen Klubs gearbeitet, die Spanne reicht dabei von reiner Abstiegsvermeidung bis zum Kampf um die Champions-League-Plätze. 

Dieter Hecking

Führte Borussia Mönchengladbach wieder ins europäische Geschäft: Dieter Hecking

Doch auch die Option, einen noch vergleichsweise jungen, unverbrauchten Trainer zu holen, wird - wie jetzt vom kicker -  immer mehr mit konkreten Namen verbunden: zu Markus Anfang (44, alter Becker-Spezi aus gemeinsamen Kieler Tagen) gesellen sich nun auch die Kandidaten Daniel Thioune (44), der den VfL Osnabrück wieder zurück in die 2. Liga geführt hat, und sogar der Ex-HSVer Dimitrios Grammozis (40). Der hat zwar erst unlängst in Darmstadt seine Zelte aufgeschlagen (und den Lilien in Rekordzeit mal eben ein neues und dennoch funktionierendes Spielsystem verpasst), doch das muss im heutigen Fußball-Business ja nicht viel bedeuten. 

Daniel Thioune

Führte den VfL Osnabrück nach acht Jahren wieder in die Zweite Liga: Daniel Thioune



Doch vorerst scheint beim HSV noch erheblicher Redebedarf zu bestehen bezüglich der oben erwähnten Ausrichtung. Wenn die zwischen den Verantwortlichen (also Bernd Hoffmann und Ralf Becker) geklärt ist, kann es ganz schnell gehen. Das Ziel ist es, in der kommenden Woche einen neuen Trainer zu präsentieren.