Im Rahmen der heutigen Mitgliederversammlung hat die Deutsche Fußball-Liga ihre Ablehnung für das von der Europäischen Club-Vereinigung (ECA) vorgelegte Konzept zur Reform des Europapokals ab 2024 kommuniziert. Des Weiteren gab der Verband die Gründung einer Arbeitsgruppe bekannt, um das weitere Vorgehen nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts bezüglich möglicher Polizeikosten bei Hochrisikospielen zu besprechen. Auch über den Videobeweis wurde am Mittwoch diskutiert.


Seit vielen Jahren ist die ​Champions League der wichtigste Vereinswettbewerb. Ihr Modus wurde dabei ebenso geändert wie ihr Name, nachdem der einstige Europapokal der Landesmeister zur Saison 1992/93 umbenannt wurde. Derzeit erarbeitet die UEFA gemeinsam mit der ECA eine Reform des Wettbewerbs, die ab der Saison 2024/25 greifen soll. Das Konzept: Die Champions League soll in ein dreiteiliges System mit Auf- und Abstiegen transformiert werden, zudem stellte Andrea Agnelli, Vorsitzender der ECA und Präsident von Juventus Turin, laut kicker auch Europapokal-Spiele am Wochenende in Aussicht.


Insgesamt stießen diese Überlegungen bei den europäischen Fußball-Ligen auf viel Kritik. Nun drückte auch die DFL ihre Ablehnung für die geplante Reform aus: "Das derzeit diskutierte Konzept der Europäischen Club-Vereinigung ECA würde nicht akzeptable Konsequenzen für die nationalen Ligen Europas bedeuten und sollte daher in dieser Form nicht umgesetzt werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass traditionsreiche nationale Ligen in ihrer Attraktivität für Millionen Menschen auf dem gesamten Kontinent beschädigt werden", wird Geschäftsführer Christian Seifert auf der Website des Verbands zitiert. 

Eine Europapokal-Reform solle "allen Akteuren gerecht werden, nicht nur wenigen", weshalb er vor allem UEFA-Präsident Aleksander Ceferin in die Pflicht nahm. Die DFL sei davon überzeugt, dass der Slowene "den Wert der nationalen Ligen als Herzkammer des europäischen Profi-Fußballs richtig einschätzt und den weiteren Prozess mit Weitsicht moderiert."


Besonders mögliche Austragungstermine am Wochenende kritisiert Seifert deutlich. Die Bedeutung der nationalen Ligen dürfe nicht gefährdet werden, da dies schlussendlich den "gesamten europäischen Fußball nachhaltig schädigen" würde. Das, so Seifert, dürfe "niemals das Interesse der UEFA sein."


Arbeitsgruppe für Polizeikosten


Neben dem Ärger um die Planspiele von UEFA und ECA beschäftigt sich die DFL derzeit auch mit dem ​Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. März, das die Vereine für die Beteiligung an den entstehenden Polizeikosten bei sogenannten Hochrisikospielen in die Verantwortung zieht. Daher werde sich nun eine Arbeitsgruppe, die aus Vertretern der Klubs sowie der DFL bestehen soll, intensiver um die Gebühren, die die Hansestadt Bremen fordert, beschäftigen.

Für Unverständnis sorgt vor allem die Betrachtung der DFL als Mitveranstalter der Bundesligaspiele. Die GmbH sei "weder an den Ticketing- und sonstigen Spieltagerlösen noch an der konkreten Spielorganisation und -durchführung beteiligt", erklärt Präsident Dr. Reinhard Rauball. "Ihr Mitveranstalterbeitrag zu dem konkreten Spiel beschränkt sich auf dessen zeitgenaue Ansetzung im Rahmen des Spielplans." 


Daher gelte es zu klären, ob die Heimvereine unter Beteiligung der Gastvereine die entstehenden Kosten in Gänze zu tragen haben, da Anteile der DFL, beispielsweise durch einen Fonds, von allen 36 Vereinen der Ersten und Zweiten Bundesliga getragen würden. "Ein derartiger Ansatz widerspricht auch nach wie vor unserer Rechtsauffassung", so Rauball.


Die Arbeitsgruppe besteht daher neben den Vertretern des Verbandes und Werder Bremen zusätzlich aus den Vereinen, die zu den in den Gebührenbescheiden enthaltenen Spielen angetreten sind. Dazu zählen Eintracht Frankfurt, der Hamburger SV, Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach. 


Videobeweis in Liga zwei bestätigt


Nägel mit Köpfen machten die Verantwortlichen derweil​ in puncto Video-Assistent. Das Hilfsmittel wird bereits zur kommenden Saison auch in der Zweiten Bundesliga Einzug erhalten. Schon im März einigten sich die Zweitligisten auf die Einführung des VAR, die Mitgliederversammlung habe nun endgültig grünes Licht gegeben.


Im Zuge dessen werde die DFL weitere Maßnahmen vornehmen, um den viel kritisierten Video-Assistenten reibungslos in der Zweiten Bundesliga einsetzen zu können. So soll das Video-Assistent-Center in Köln auf zehn Arbeitsstationen erweitert werden, Netzwerkverbindungen per Glasfaser sollen für eine reibungslose Übertragung der Bilder sorgen.