​Es hat sich in den vergangenen Jahrzehnten so eingebürgert, dass abgehende Spieler von ihrem Verein am letzten Spieltag einer Saison verabschiedet werden. Mit Blumen, blumigen Worten, dem einen oder anderen Geschenk und natürlich - vor den Fans. Beim ​HSV wird man auf diese schöne Tradition zumindest in diesem Jahr verzichten - aus Angst vor der Wut der Anhänger. 


Am kommenden Sonntag ist es wieder soweit. Eine Spielzeit geht zu Ende und damit für einige HSV-Spieler auch ihre Etappe in der Hansestadt. Mit ​Orel Mangala, Lewis Holtby, Pierre-Michel Lasogga und Hee-Chan Hwang werden vier Spieler gegen den MSV Duisburg (So, 15.30 Uhr) zum (vorerst) letzten Mal für die Rothosen auflaufen. 


Angst vor Wut der Fans


Doch ihre Verabschiedung wird intern begangen. Zu groß ist bei den HSV-Verantwortlichen laut Bild die Angst, dass eine Abschiedszeremonie im Stadion von einigen unzufriedenen und womöglich auch auf Krawall gebürsteten Fans sabotiert werden könnte. 


Unschöne Erinnerungen an letztes Jahr


In guter Erinnerung sind den Machern immer noch die Bilder vom letzten Spieltag der vergangenen Saison, als kurz vor Ende der Partie gegen Borussia Mönchengladbach eine Hundertschaft von Ultras unter einem großen Banner verschwand, sich in schwarze Kleidung hüllte und danach eine mehrminütige Pyro-Aktion mit sogenannten Polen-Böllern und Nebelkerzen dem restlichen Publikum "aufzwang". Die Mehrheit der Fans im Stadion reagierte zwar ablehnend, dennoch war der Schaden bereitet. Das Spiel musste sogar mehrere Minuten unterbrochen werden. 

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HSV-Ultras sorgten im letzten Jahr gegen Borussia Mönchengladbach fast für eine Spielabbruch



Zwar ist die Stimmung dieser Tage nicht derart aufgeladen, wie noch vor Jahresfrist, dennoch will man beim HSV ganz auf Nummer sicher gehen und wird den Spielern ihren Abschied hinter verschlossenen Türen bereiten.