Der ​FC Barcelona hat das erneute Double fest im Blick, doch noch immer überwiegt die Enttäuschung aus der 0:4-Niederlage im Halbfinal-Rückspiel der Champions League beim FC Liverpool. In den Medien wurde bereits über das Aus von Trainer Ernesto Valverde spekuliert, erste Kandidaten wurden als Nachfolger ins Spiel gebracht. Wie Mundo Deportivo berichtet, wollen die Verantwortlichen aber erst nach dem Endspiel der Copa del Rey ein Fazit ziehen. 


Topklubs wie Barcelona, Real Madrid, Juventus Turin, Paris St. Germain oder Bayern München dominieren seit Jahren auf nationaler Ebene. In den Ligen und Pokalwettbewerben sind es diese Mannschaften gewohnt, regelmäßig mindestens eine Trophäe in die Höhe zu stemmen, weshalb der Fokus immer mehr auf die Champions League gelegt wird. Der Wettbewerb, der die beste Mannschaft Europas krönt, ist seit Jahrzehnten der wichtigste europäische Vereinspokal, der den Teilnehmern nicht nur jede Menge Geld, sondern auch Prestige bringt. 


Ihn zu gewinnen ist alles andere als einfach, weshalb PSG beispielsweise mit Thomas Tuchel bereits den vierten Anlauf nach Carlo Ancelotti, Laurent Blanc und Unai Emery wagt - und auch der FC Barcelona, der letztmals 2015 im Endspiel von Berlin triumphierte, sehnt sich nach dem Henkelpott. Erstmals seit vier Jahren standen die Katalanen wieder im Halbfinale, die Chance auf den Titelgewinn war nach dem 3:0-Erfolg im Hinspiel sowie ob des zweiten Halbfinals zwischen Ajax Amsterdam und Tottenham Hotspur groß. 


Doch Ernesto Valverde musste wie im Vorjahr, als Barça im Viertelfinale einen 4:1-Vorsprung aus dem Hinspiel bei der AS Rom verspielte und nach der 0:3-Niederlage ausschied, einen erneuten, bitteren Rückschlag hinnehmen. Liverpool spielte - wohlgemerkt ohne Mohamed Salah und Roberto Firmino - von Anfang an wie befreit auf, machte im zweiten Durchgang mächtig Druck und siegte schlussendlich mit 4:0. Wieder einmal erlebte der stolze Verein aus Katalonien eine Schmach, die vorzeitige Titelverteidigung in der Primera Division wurde zur Randnotiz. Auch, wenn Valverde sein zweites Double als Trainer des FC Barcelona gewinnt, wird diese Saison immer mit dem 7. Mai verbunden sein. 

Ernesto Valverde

Wieder einmal gescheitert: Ernesto Valverde erlebte in der Champions League erneut ein rabenschwarzes Ende. 

   


Der Vertrag des 55-Jährigen läuft im Sommer 2020 aus, darin verankert ist eine Option für ein weiteres Jahr. Laut kicker fühle er sich "stark genug, weiterzumachen" und verspüre die nötige Rückendeckung von den Verantwortlichen und der Mannschaft, doch Mundo Deportivo berichtet nun davon, dass über seine Zukunft erst nach dem Pokalfinale gegen den FC Valencia am 25. Mai entschieden werden soll.


Klar ist, dass er in seinem dritten Jahr unter größerem Druck stünde, als ohnehin schon. Einen erneuten Ausrutscher in der Königsklasse dürfte er sich kaum erlauben, in der kommenden Saison wird - wieder einmal - nichts weniger als der Titelgewinn erwartet. Bei einer überraschenden Niederlage gegen Valencia könnte bereits vorzeitig Schluss sein.


Lob von Zidane


Umso ungewöhnlicher erscheint es, dass er ausgerechnet von Zinedine Zidane ein großes Lob ausgesprochen bekam. Der Franzose gewann die Champions League als Cheftrainer von Real Madrid drei Mal in Serie, feierte zudem die Meisterschaft im Jahr 2017 und soll nun den Umbruch in der spanischen Hauptstadt einleiten. Für seinen Konkurrenten hat er nur positive Worte übrig: "Was Valverde bislang erreicht hat, ist phänomenal. Ich bin nicht derjenige, der darüber urteilt, ob die Kritik gerechtfertigt ist oder nicht. Er weiß, wie das Geschäft läuft. Aber was ich sagen kann ist, dass man an seiner Arbeit nicht zweifeln darf", so der Franzose laut Cadena Ser


Es dürfte daher auch eine Frage des eigenen Stolzes sein: Lässt sich Valverde die Kritik gefallen und wird konzentriert weiterarbeiten, oder räumt er seinen Posten nach der erneuten Schmach in der Champions League freiwillig, um andernorts unter ruhigeren Bedingungen arbeiten zu können? All dies, so scheint es, wird erst Ende Mai entschieden.