Nach einem Jahr Anlaufzeit ist Ibrahima Konaté bei RB Leipzig angekommen. Der 19-jährige Franzose war in dieser Spielzeit kaum aus der Innenverteidigung wegzudenken, machte unter Ralf Rangnick enorme Sprünge in seiner Entwicklung und wurde dafür im Januar mit einer Vertragsverlängerung bis 2023 belohnt. Das neue Arbeitspapier enthält laut einem Bericht der Leipziger Volkszeitung eine Ausstiegsklausel, die aber erst in einigen Jahren greifen soll.


Vor knapp zwei Jahren wechselte Konaté ablösefrei vom FC Sochaux-Montbelliard nach Leipzig, war zunächst allerdings hinter Willi Orban und Dayot Upamecano lediglich Innenverteidiger Nummer drei und erhielt von Ralph Hasenhüttl in der vergangenen Saison nur in 16 Bundesligaspielen die Gelegenheit, sein Potenzial unter Beweis zu stellen.


Seit dem vergangenen Sommer aber machte der erst 19-Jährige eine rasante Entwicklung durch. Vom zehnten Spieltag an stand Konaté fast durchgehend in der Startelf, musste nur ein einziges Mal aufgrund einer Gelbsperre pausieren, absolvierte bislang alle Partien im DFB-Pokal und gehörte auch in der Europa League von der ersten Qualifikationsrunde an zum absoluten Stammpersonal. Vor dem Liga-Finale und dem Endspiel des DFB-Pokals steht er bei 42 Pflichtspielen, beim 0:0 gegen den FC Bayern München zeigte er die wohl auffälligste Leistung in den vergangenen Wochen.

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    Im letzten Heimspiel der Saison hatte Ibrahima Konaté Robert Lewandowski fest im Griff (v.l.).



Die Flanken, mit denen Kingsley Coman und Serge Gnabry vergeblich Robert Lewandowski suchten, wurden von Konaté einwandfrei herausgeköpft, und auch so verstand es der 1,93 Meter große Abwehrspieler, den Polen zu isolieren und fast im Alleingang aus dem Spiel zu nehmen. Seine unglückliche Kopfball-Abwehr, die Leon Goretzka zum nicht gegebenen 1:0 der Münchner ausnutzte, wäre bei einer nicht vorhandenen Abseitsstellung von Lewandowski ein Manko von entscheidender Bedeutung gewesen - so aber konnte er die Szene kurz nach der Halbzeitpause besten Gewissens abhaken.


"Exorbitante" Ausstiegsklausel ab 2022


Schon früh machten die Verantwortlichen in Leipzig Nägel mit Köpfen und verlängerten den Vertrag im Januar bis 2023. Laut LVZ soll diese eine Ausstiegsklausel enthalten, die "exorbitant hoch" sein soll. Spekuliert wird über eine ähnliche Summe wie bei Dayot Upamecano, der den Verein laut Spiegel für 100 Millionen Euro verlassen könne. Allerdings soll die Klausel bei Konaté erst ab 2022 greifen, ergo ein Jahr vor Vertragsende.

Die Zukunft des Innenverteidigers haben daher zunächst Sportdirektor Ralf Rangnick und Geschäftsführer Oliver Mintzlaff in der Hand, die vermeintliche Ausstiegsklausel erleichtert zudem die Handlungsposition, sollte sich Konaté in einigen Jahren gegen eine erneute Verlängerung und für einen Abschied entscheiden. Somit können sich Spieler und Verein zunächst auf die Weiterentwicklung konzentrieren, ohne dass - wie im Fall von Timo Werner - Unruhe von außen hineingetragen werden kann.