Beim ​1. FC Köln hat man nach dem Spiel gegen Jahn Regensburg die Verpflichtung von Achim Beierlorzer als neuen Trainer bekanntgegeben. Der 51-Jährige hat mit Regensburg in der zweiten Liga überrascht und die Bayern frühzeitig in der Klasse gehalten. Allerdings erinnert vieles bei der Verpflichtung an die vergangene Saison, als Markus Anfang kam.


Ein Tabellenführer, der seinen Trainer entlässt? Hat es wohl in der langen Fußballhistorie schon gegeben. Dennoch war die Entlassung von Markus Anfang als Coach beim 1. FC Köln nichts, was man als alltäglich bezeichnen würde. Die Kritik an der Spielweise der Mannschaft, die man dem Ex-Trainer zuordnete, wurde zu groß, am Ende soll Anfang weder die Mannschaft noch seine Vorgesetzten erreicht haben. Köln-Geschäftsführer Armin Veh zog daher die Reißleine und entließ den Trainer, U21-Coach Andre Pawlak übernahm interimsweise bis Saisonende.


In der Zwischenzeit machte man sich am Rhein auf die Suche nach einem neuen Übungsleiter und fand diesen in Achim Beierlorzer. Der 51-Jährige war nach einigen Stationen, unter anderem in Fürth und Leipzig, bei Jahn Regensburg zum Chefcoach aufgestiegen und hatte die Bayern als Aufsteiger beeindruckend in der Klasse gehalten. Nun wird er zur kommenden Saison Bundesligatrainer des 1. FC Köln.


Allerdings erinnert vieles bei dieser Verpflichtung an die Situation vor einem Jahr, als man Markus Anfang verpflichtet hatte. Man holt einen erfolgreichen Trainer eines Zweitligisten, der mit einem klaren Spielsystem und einer offensiven Spielweise die Konkurrenz übertrumpfen konnte und damit frühzeitig die Klasse halten konnte gegen Mannschaften, denen man eigentlich mehr zugetraut hatte. Ähnlich verlief auch die Saison von Holstein Kiel zu jener Zeit, Anfang scheiterte mit den Störchen erst in der Relegation gegen den ​VfL Wolfsburg.

Nun also geht man mit einer ähnlichen Hoffnung in die neue Saison, wie in die aktuelle. Am Ende erreichte Anfang die Mannschaft nicht mehr, es haben sich Grüppchen gebildet, der Zusammenhalt soll gebröckelt haben, hieß es in den letzten Tagen von Anfangs Amtszeit. Die Ansprache von Beierlorzer hingegen soll eine andere sein. Von ihm erhofft man sich, dass sich die Fehler der vergangenen Monate nicht wiederholen. Eine Garantie aber ist auch das nicht.


Denn auch wenn Beierlorzer ein guter Trainer ist, was er bereits bewiesen hat, ist das Pflaster in Köln ein gänzlich anderes, als im beschaulichen Regensburg. Zudem wird es seine erste Saison im Oberhaus sein. Natürlich wird er sich beweisen wollen, ebenso aber könnte die Erfahrung auf diesem Niveau fehlen. Wie schnell einem die schöne Stadt am Rhein um die Ohren fliegen kann, zeigte das Experiment mit Anfang bereits. Es ist ein Wagnis, was der Effzeh dort eingeht. Geht es auf, können sich alle Beteiligten auf die Schulter klopfen. Scheitert Beierlorzer, hat man aber den selben Fehler zweimal hintereinander begangen.

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