​Bislang glaubte man hierzulande, dass das ​Champions League-Finale 2019 (1. Juni, 21.00 Uhr) lediglich im Pay-TV zu sehen sein würde. Argument der Fernsehanstalten, die sich wiederum auf den Rundfunkstaatsvertrag beriefen: das Spiel findet ohne deutsche Beteiligung statt. Das ist in puncto der teilnehmenden Mannschaften (​Liverpool trifft auf ​Tottenham) zwar richtig - aber einer der beiden Trainer ist halt ein Deutscher. Und somit am Finale direkt beteiligt. So sehen es jetzt auch einige Juristen, und planen, die Übertragung im frei empfangbaren Fernsehen doch noch durchzusetzen. 


Für viele Fußball-Fans in Deutschland wäre dies eine gute Nachricht. Natürlich hätte ein Finale wie 2013 (zwischen zwei Bundesligaklubs) weitaus mehr Zugkraft als ein rein englisches, wie es uns in knapp drei Wochen bevorsteht, doch im Zuge immer stärker globalisierter Gesellschaften gibt es auch in Deutschland noch genügend Fußballbegeisterte, die dieses Spiel auf jeden Fall sehen wollen. Die Sky-Bar-Betreiber reiben sich entsprechend schon die Hände.


Doch jetzt berichtet der kicker, dass einige Juristen rechtliche Schritte prüfen, damit das Spiel doch für alle empfangbar ausgestrahlt wird. Ihr Argument: die "deutsche Beteiligung" (die die Fernsehanstalten bislang als nicht gegeben interpretieren) ist eben doch gegeben. Nämlich in der Person des Jürgen Klopp. Der ist zweifellos Deutscher. Und eben auch Trainer des FC Liverpool, also direkt am Spiel beteiligt. Wenn auch "nur" an der Spielfeldumrandung. Da aber teilweise mit mehr Einsatz als elf Spieler des HSV auf dem Platz zusammen.


Doch wie alles im rechtlichen Bereich - es gibt verschiedene Interpretationsmöglichkeiten. Gemäß dem Aphorismus: Frage zwei Juristen und du kriegst drei Antworten. Dennoch wird sich nun wohl ein Gericht mit dieser Frage auseinandersetzen müssen. Die Chancen, dass das diesjährige Endspiel der Königsklasse im freien Fernsehen zu sehen ist, ist zumindest nicht kleiner geworden.