Seit dem vergangenen Spieltag ist traurige Gewissheit, dass der ​1. FC Nürnberg in der kommenden Spielzeit in der zweiten Liga einen erneuten Wiederaufbau einleiten muss. Ein Grund für den verpassten Klassenerhalt war mit Sicherheit auch die löchrige Defensive. Auf der Suche nach potenziellen Verstärkungen soll bei den Franken nun ein Talent des ​FC Bayern München in den Fokus gerückt sein.​


Wie die BILD in Erfahrung gebracht haben will, hat der Glubb ein Auge auf Lars Lukas Mai geworfen. Der gebürtige Dresdner war vor fünf Jahren in die U16 des deutschen Rekordmeisters gewechselt und konnte sich seitdem in mehreren Altersklassen der Münchner einen respektablen Ruf erarbeiten. 


In der laufenden Saison ist der mittlerweile 19-Jährige ein absoluter Stammspieler der zweiten Mannschaft der Bayern und lief in der Regionalliga Bayern 24-mal auf.

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Lars Lukas Mai ist für seine kompromisslose Zweikampfführung bekannt



Dabei bestach der Innenverteidiger durch starke Leistungen und trug einen großen Teil dazu bei, dass die Bayern eine ungefährdete Meisterschaft erringen konnten. Die positive Entwicklung des Youngsters ist natürlich auch Bayerns Cheftrainer ​Niko Kovac nicht entgangen und daher durfte der Abwehrspieler in dieser Spielzeit bereit regelmäßig mit den Profis trainieren. Bei einem Pflichtspiel kam er aber bislang noch nicht zum Einsatz.


​In dieser Hinsicht war der deutsche U19-Nationalspieler in der Vorsaison sogar einen Schritt weiter. Damals noch unter der Leitung von Trainerlegende Jupp Heynckes hatte er immerhin zwei Spiele über die volle Distanz bestreiten dürfen und war damit der erste Bayern-Spieler überhaupt, der nach dem Jahrtausendwechsel geboren wurde.


Ob sich der hochveranlagte Defensivspieler in den kommenden Jahren tatsächlich im Starensemble des Abonnement-Meisters durchsetzen könnte, darf jedoch zumindest bezweifelt werden - zumal durch die Verpflichtungen von Lucas Hernandez und Benjamin Pavard der Konkurrenzkampf in der Abwehr noch einmal gründlich befeuert wurde.


Der aktuelle Vertrag des Innenverteidigers läuft im Sommer 2021 aus. Fraglich ist daher, ob die Franken, deren Etat durch den Klassenerhalt erheblich sinken wird, überhaupt in der Lage wären, eine fällige Ablöse zu stemmen. Darüberhinaus sollen auch andere Klubs bereits ihre Fühler ausgestreckt haben. 


Auch die Bayern werden sich mit Sicherheit zweimal überlegen, ob sie einen Spieler mit diesem Entwicklungspotenzial ohne Not ziehen lassen sollen. Dabei werden sie sich auch an den Fall ​Mats Hummels erinnern, dem man einst ebenfalls nicht den Durchbruch zugetraut hatte. Beim BVB konnte es der spätere Weltmeister dann allen Kritikern zeigen und musste acht Jahre nach seinem Abgang für 35 Millionen Euro zurückgeholt werden. Sowohl für die Bayern, als auch die Nürnberger könnte daher womöglich eine Leihgeschäft die richtige Lösung sein.