Musa Barrow

Die Überraschungsteams aus den europäischen Top-Ligen

Die Saison 2018/2019 neigt sich dem Ende entgegen. Und wie immer waren einige Mannschaften in den Top-Ligen Europas dabei, die unter den Erwartungen geblieben sind. Und natürlich gab es auch wieder die Überraschungsteams, mit denen man so nicht rechnen konnte. 


Diese Teams haben über ihren Erwartungen gespielt. Manche von ihnen können sogar noch Historisches schaffen. 

1. Eintracht Frankfurt

Nach der 0:5-Niederlage im Super Cup gegen den FC Bayern und dem DFB-Pokalaus gegen den Viertligisten Ulm stand Neu-Trainer Adi Hütter bereits enorm in der Kritik. Welche tollen Momente, nicht nur in der Bundesliga, sondern auch in der Europa League, dieses Team seinen Fans später bescheren würde, war nicht abzusehen. 


Insbesondere die Teamchemie ist als Erfolgsfaktor hervorzuheben. Luka Jovic (21 Saisontore), Sebastien Haller (14), Ante Rebic (9) waren nicht nur sehr torgefährlich, sondern waren eifrig in die Defensivarbeit und ins Pressing eingebunden. Filip Kostic und Danny da Costa marschierten leidenschaftlich ihre Linien hoch und runter, während Makoto Hasebe die Abwehr zusammenhielt. Vor dem 34. Spieltag sind die Chancen der Eintracht auf eine weitere Saison im Europacup noch intakt. 

2. Atalanta Bergamo

Mit 73 Saisontoren stellt Atalanta Bergamo den besten Angriff der Serie A. Nicht einmal Titelgewinner Juventus Turin (69 Tore) kommt an diese Marke ran. Zwei Spieltage vor Saisonende ist die Qualifikation für die Champions League zum Greifen nahe. Der Drittplatzierte aus Bergamo hat drei Punkte Vorsprung und die deutlich bessere Tordifferenz als der AC Mailand auf Platz fünf und die AS Rom auf sechs.


Mit Duvan Zapata (22 Saisontore) haben die Lombarden einen echten Goalgetter in ihren Reihen. Der Routinier Papu Gomez hält das ganze Teamgefüge zusammen und ist Top-Vorlagengeber seines Teams (elf Vorlagen). Auch der deutsche Robin Gosens kommt regelmäßig zum Einsatz. Im Schatten der anderen Top-Klubs hat Trainer Gian Piero Gasperini eine Einheit geformt, die über sich hinausgewachsen ist. 

3. FC Getafe

Es wird ein Kampf bis zur letzten Minute, bis zum Abpfiff der Saison: Der FC Getafe liegt auf Platz fünf, punktgleich und nur ein einziges Tor hinter dem FC Valencia, der auf Rang vier liegt. Am kommenden Samstag geht es für Valencia bei Real Valladolid um Punkte, während Getafe zuhause Villareal empfängt. Die Champions League hat Getafe bisher noch nie erreicht. 


Nur 17.000 Zuschauer beherbergt das Stadion des Madrider Vorstadtvereins. Im Schnitt verirren sich nur rund 11.000 Menschen ins Coliseum Alfonso Perez, obwohl Getafe Historisches schaffen kann. 


Wirft man ein Blick auf die Voraussetzungen des Klubs, wäre das Wort Wunder kein übersteigertes Superlativ, sondern eine logische Bezeichnung für diese Saison des FC Getafe.

Getafe belegt beim Etat (51 Millionen Euro) sowie den erlaubten Gehaltsausgaben (37,9 Mio.) den 15. Platz in La Liga. In anderen Statistiken ist Getafe führend: In Spanien schießt Getafe am seltensten aufs Tor (ca. zehnmal pro Spiel) und hat den geringsten Ballbesitz (43%). Aber der krasse Außenseiter agiert äußerst effizient und braucht nur wenige Chancen, um Tore zu erzielen. Die Abwehr steht stabil, hat erst 33 Gegentreffer hinnehmen müssen.


Und dann erregen die Laufbahnen von den beiden Top-Stürmern Jorge Molina und Jaime Mata Aufmerksamkeit: Beide tingelten als Halbamateure durch untere Ligen und debütierten erst mit 30 bzw. 29 in der Primera Division. Der inzwischen 37-jährige Molina hat stolze 14 Saisontore verzeichnet, genauso viele hat der 30-jährige Mata, der kürzlich sogar in die spanische Nationalmannschaft berufen wurde. 

4. OSC Lille

Beinahe wäre OSC Lille in der Vorsaison abgestiegen. Nur drei Siege aus den letzten vier Spielen verhinderten den Abstieg des französischen Traditionsklubs. Zwar wurde erwartet, dass Lille in dieser Saison sich in der Tabelle verbessern würde, dass die Nordfranzosen jedoch Vizemeister werden und nur gegen das Superstar-Ensemble von Paris St. Germain den Kürzeren ziehen würden, gleicht einer Sensation. 


Mitte April besiegte Lille PSG mit 5:1 und zeigte nicht zum letzten Mal, welches Potential in der Mannschaft steckt. Vor allem Rechtsaußen Nicolas Pepe (20 Saisontore), der auch beim FC Bayern ein Thema war, stach aus dem Kollektiv heraus, aber auch Jonathan Bamba (zwölf Saisontore) oder der defensive Mittelfeldspieler Thiago Mendes sind hier zu nennen. 

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