​Zehn Jahre. So lange ist es her, dass eine Bundesliga-Saison erst am letzten Spieltag entschieden wird. Der ​FC Bayern geht mit zwei Punkten Vorsprung auf den​ BVB in diesen alles entscheidenden 34. Spieltag. Nur logisch, dass man beim BVB nichts unversucht lässt, den Favoriten aus München irgendwie zu verunsichern. Der Psycho-Krieg zwischen beiden Vereinen ist seit letztem Samstag eröffnet. 


Hans-Joachim Watzke sprach lediglich das aus, was auch die Tabelle im Zusammenschluss mit den Darbietungen der letzten Woche hergibt: "Wir hatten brutalen Druck. Der wandert jetzt nach Richtung Süden. Die Bayern können alles verlieren, wir können gewinnen", so der Vorstandsboss der Borussia (via Mopo). 


Eigentlich eine 08/15-Bemerkung angesichts der herrschenden Konstellation. Und mit Sicherheit nichts, was einen souveränen FC Bayern aus der Reserve locken könnte. Aber souverän geben sich die Bayern schon über die gesamte Saison hinweg nicht (das 5:0 gegen den BVB Anfang April mal ausgeklammert). Und entsprechend dünnhäutig reagierte denn auch Bayerns Sportchef Hasan Salihamidzic im Aktuellen Sportstudio auf die Spitzen aus dem Pott: "Sie können nur die Meisterschaft gewinnen. Im Pokal sind sie schon raus." 


Da hat der gute Hasan zwar recht, aber Watzkes Äußerung war auch nur auf die Liga bezogen. Statt mit einer am Thema vorbeizielenden Replik zu antworten, hätten die souveränen Bayern aus anderen Zeiten wohl einfach gar nichts erwidert und lieber die Fakten auf dem Rasen sprechen lassen. Auch der Nachsatz ("Herr Watzke hat sich bei mir nicht gerade beliebt gemacht") spricht nicht unbedingt für unerschütterliches Selbstvertrauen a la 'Mia san mia'. 

Bis kommenden Samstag (15.30 Uhr) werden wohl noch einige Giftpfeile zwischen München und Dortmund hin und her fliegen.