​Nach dem bitteren Gang in ​Liga Zw​ei, wartet auf ​Hannover 96 nicht nur in der Führungsebene ein großer Umbruch. Denn auch der Kader soll fast komplett umgekrempelt werden, bis zu zwanzig Abgänge sind möglich. Welche Abgänge müssen die Hannoveraner bereits verkraften und welche Spieler könnten ebenfalls noch gehen?


Vor dem letzten Spieltag steht man nach einer schwachen Saison auf dem 17. Tabellenrang, was den zweiten Abstieg in drei Jahren nach sich zieht. In Hannover bereitet man sich deshalb auf einen radikalen Umbruch um, der laut der Bild bis zu zwanzig Abgänge nur in diesem Sommer zur Folge haben könnte.


Leistungsträger sind sichere Abgänge 


Der komplette Kaderumbruch hat vor allem finanzielle Gründe. Um die Auflagen für die zweite Liga zu erfüllen, braucht es Millionen. Auch die Kaderplanung sollte man mit großen Transfereinnahmen unterstützen. Schon vor dem Saisonende stehen sieben Spieler fest, die in der nächsten Saison nicht mehr für Hannover auflaufen werden. Niclas Füllkrug geht für 6,5 Millionen Euro zum ​SV Werder Bremen, Pirmin Schwegler (Vertrag nur für die 1. Liga) wird es wohl in die Schweiz ziehen.

Kevin Wimmer

Kevin Wimmer ist für die Hannoveraner nicht zu halten



Auch die fünf Leihspieler, die in dieser Saison für die Niedersachsen aufliefen, werden zu ihren Stamm-Vereinen zurückkehren. Namentlich sind das Bobby Wood, Rückkehrer zum ​HSV, Kevin Wimmer (Stoke City), Nicolai Müller zu ​Eintracht Frankfurt, Takamu Osano (​Arsenal) - und auch Kevin Akpoguma verlässt die 96er in Richtung ​Hoffenheim.


Bei den Leihspielern sind die Kaufoptionen für die Hannoveraner nicht zu stemmen, vor allem für Wimmer ist eine Ablöse von zwölf Millionen Euro auf keinen Fall umsetzbar. Immerhin spart man sich mit den Abgängen von einigen Leistungsträgern einen ordentlichen Anteil an Gehältern.


Drei Akteure wollen weg


Doch auch die nächsten Leistungsträger stehen kurz vor einem Wechsel. Hinter Waldemar Anton, Anführer in Hannovers Verteidigung, steht nach wie vor ein großes Fragezeichen, doch die Niedersachsen verlangen etwa zwölf Millionen Euro für den physischen Abwehrspieler. Allerdings gibt es trotzdem viele Interessenten für den veranlagten 22-Jährigen.


Zudem stehen Flügelflitzer Ihlas Bebou und Torhüter Michael Esser vor dem Absprung. An Bebou hat die Borussia aus Mönchengladbach großes Interesse, somit könnte ein weiterer Millionen-Transfer anstehen. Auch der starke Keeper Esser will erstklassig bleiben und könnte für mehr als zwei Millionen Euro den Verein verlassen.


Etliche Spieler stehen auf der Streichliste


Zusätzlich will Hannover noch weitere Spieler verkaufen. Dabei blickt der Verein vor allem auf Walace. Der 24-Jährige hat weiterhin eine große Perspektive, allerdings nicht bei den Niedersachsen. Seine Ausstiegsklausel von 33 Millionen Euro ist viel zu hoch angesetzt, doch Benfica Lissabon hat bereits ein Angebot über zehn Millionen Euro hinterlegt.

Walace

Benfica Lissabon könnte bei Walace zuschlagen



Weiter Streichkandidaten sind Genki Haraguchi, der eine Ausstiegsklausel von etwa acht Millionen Euro hat, Iver Fossum, oder auch Julian Korb. Alle Spieler besitzen noch einen Vertrag über mehr als eine Saison, auch Josip Elez und Miiko Albornoz sollen ebenfalls weg. Keiner dieser Spieler hat eine ernsthafte Zukunft bei den 96ern. 


Verträge laufen für sechs Hannoveraner aus


Für weitere Akteure könnte im Sommer ebenfalls Schluss sein. Die Verträge von sechs weiteren Spielern laufen nämlich in wenigen Wochen aus, eine Verlängerung der Verträge scheint bei den meisten kaum eine Option zu sein. Kapitän Marvin Bakalorz, Edgar Prib, Oliver Sorg und Felipe sind allesamt erfahrene Akteure, die den Verein im Sommer voraussichtlich verlassen werden. 


Die Reservisten Uffe Bech und Samuel Sahin-Radlinger können vielleicht noch auf eine Verlängerung hoffen, doch auch sie werden sich wohl einen neuen Verein suchen müssen. Sebastian Soto ist ein Talent aus den Staaten, doch auch für ihn ist die Zukunft unklar. Einen Profivertrag erhielt er nämlich trotz langer Verhandlungen noch nicht.


Schlussendlich könnte Matthias Ostrzolek gehen. Zwar besitzt der 28-Jährige noch einen Vertrag bis 2020, doch mit einer Ausstiegsklausel von 2,5 Millionen Euro, könnten schon bald Verhandlungen mit einem anderen Verein erfolgen. Wer die ganzen Lücken füllen soll, ist bisher nicht klar. Auf Hannover 96 kommt allerdings ein spannender Sommer zu, der eine hoffnungsvolle Zukunft einläuten soll.