Einer der bekanntesten Berater im Fußball-Bereich der letzten Jahre, Carmine "Mino" Raiola, wurde letzten Mittwoch vom italienischen Verband FIGC für drei Monate gesperrt. Die FIFA hat dieses Urteil nun ausgeweitet. Drei Monate lang darf Raiola nun weltweit keine Transfers seiner Klienten aushandeln. Das könnte im Sommer Folgen haben.


Mino Raiola gilt als einer der bekanntesten und einflussreichsten Berater der Branche. Er betreut und berät beispielsweise große Spieler wie Paul Pogba, das Torwart-Talent Donnarumma, Marco Verratti und viele mehr. Die Sommer-Transferphase nähert sich, entscheidende Deals werden vorbereitet. Doch da machte Raiola diese Woche der italienische Fußball-Verband FIGC ein Strich durch die Rechnung: Drei Monate gilt eine für ihn ausgesprochene Sperre.


Ein Grund für die Sperre wurde nicht offiziell bekannt gegeben. Gerüchten zufolge habe der Wechsel von Gianluca Scamacca (zurzeit bei US Sassuolo) damit zu tun. Die FIFA weitete die Sperre nun weltweit aus, auch dort ohne öffentliche Begründung. Damit verläuft die Sperre bis zum 8. August hinein, mitten durch die für Berater so wichtige Transferphase im Sommer. 

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Raiola wird für den Sommer weniger seiner wichtigen Telefonate (selber) führen müssen



Raiola eilt der Ruf voraus, ein skrupelloser "Händler" zu sein, der alle Tricks und Maschen seines Geschäfts kennt, und eiskalt ausnutzt. In einem Porträt über den Italiener von Eurosport wird beispielsweise der Eindruck erwähnt, den Zlatan Ibrahimovic von ihm hatte. Er soll ihn an einen Charakter aus der Mafia-Serie "Die Sopranos" erinnert haben. Sein Unternehmen "Maguire Tax & Legal" habe er nach dem Film "Jerry Maguire" benannt, in dem sich ein Sportmanager nach dem großen Geld sehnt und versucht, dies durch Skrupellosigkeit und Härte zu erreichen. 


Inwiefern seine Sperre (sein Cousin ist ebenfalls für zwei Monate gesperrt worden) nun Einfluss auf mögliche Transfers im Sommer (​Madrid angeblich mit Interesse an Pogba) hat, ist nicht bekannt. Auch Matthijs De Ligt soll er beraten haben, doch ein Transfer zu ​Barcelona soll so gut wie sicher sein. Raiola selbst hat bei Twitter bereits am Donnerstag verlauten lassen, rechtlich gegen dieses Urteil vorzugehen.


Ein so einflussreicher Berater und Vermittler wie er würde aber sicherlich, auch bei verbleibender Sperre, Mittel und Wege finden, etwaige Deals dennoch abzuhandeln.