Der ​VfB St​uttgart hat am vergangenen Wochenende die letzen Chancen auf eine Nicht-Abstiegsplatz verspielt und muss sich daher auf das ​Absichern des Relegationsplatzes konzentrieren. ​Unabhängig ob der Klassenerhalt über Umwege doch noch bewerkstelligt werden kann, sollen die Schwaben nun in Tim Walter zumindest einen neuen Cheftrainer gefunden haben. Dem Vernehmen nach wird der 43-Jährige im Sommer nicht mit leeren Händen ins Ländle reisen.


Die Stuttgarter hatten sich nach dem 30. Spieltag von ihrem bisherigen Cheftrainer Markus Weinzierl getrennt und damit einer desaströsen Bilanz unter dem ehemaligen Schalke-Coach Rechnung getragen. Seitdem leitet der eigentliche U19-Trainer Nico Willig die Geschicke der Schwaben, ohne dabei eine realistische Chance zu haben, selbst im Falle eines Klassererhalts auch in der kommenden Spielzeit weiterhin bei den Profis an der Seitenlinie stehen zu dürfen.

Tim Walter

Sagt Tim Walter seinem Klub Holstein Kiel bereits nach einer Saison schon Lebewohl?


Auf der Suche nach einer langfristigen Lösung wurden beim VfB in den vergangen Wochen mehrere klangvolle Namen gehandelt. Die ungewisse Ligazugehörigkeit in der kommenden Spielzeit erschwerte die Arbeit des emsigen Sportvorstands Thomas Hitzlsperger dabei beachtlich. Wie der kicker berichtet, können die Anhänger des Tradtionsvereins aber nun endlich aufatmen. So sollen sich die Stuttgarter angeblich bei dem Zweitligisten ​Holstein Kiel bedienen.


​Deren aktueller Trainer ​Tim Walter soll von der großen Herausforderung, den wankenden Riesen wieder auf die Beine zu helfen, keineswegs abgeschreckt sein und sich mit dem VfB bereits handelseinig sein. Da der ehemalige Jugendtrainer des FC Bayern München jedoch noch bis 2020 vertraglich an die Störche gebunden ist, müssen sich beide Klubs noch auf eine Ablösesumme einigen. Dabei steht aktuell ein Betrag von rund einer Million Euro im Raum. Nicht billig für einen Trainer ohne jegliche Bundesligaerfahrung. Angesichts des aufgehitzten Trainermarktes hätte es für den VfB aber mit Sicherheit noch viel teurere Alternativen gegeben.


Zu Walters Qualitäten gehört die Weiterentwicklung von aussichtsreichen Talenten. Dabei hatte sich in Kiel zuletzt Jannik Dehm hervorgetan. Der 23-Jährige war vor der Saison von der zweiten Mannschaft der TSG 1899 Hoffenheim in den hohen Norden gewechselt und wurde prompt zum Stammspieler. Der Rechtsverteidiger zeigte dabei unermüdlichen Einsatz und machte durch seine offensive Spielweise auch die Kaderplaner des VfB auf sich aufmerksam.

Jannik Dehm

Der Vertrag von Jannik Dehm ist bis zum Sommer 2020 datiert


Gut möglich also, dass Walter seinen Lieblingsschüler gleich mitnimmt und so eine der größten Schwachstellen der Stuttgarter behebt. Zuletzt wusste nämlich kaum ein Außenverteidiger der Stuttgarter zu überzeugen. Sommer-Neuzugang Pablo Maffeo scheint in Stuttgart bereits nach einer Saison keine Hoffnung mehr zu haben und drängt vehement auf einen baldigen Abschied. ​Andreas Beck wurde von Willig zuletzt zwar als Signalspieler bezeichnet, zu einem Außenverteidiger mit modernem Anstrich wird der 32-Jährige auf seine alten Tage aber mit Sicherheit nicht mehr.


Noch ist daher völlig offen, ob der im Sommer auslaufende Vertrag mit dem ehemaligen deutschen Nationalspieler erneut verlängert wird. Zuletzt musste Benjamin Pavard, wie aus der französischen Nationalmannschaft gewohnt, auf der rechten Seite aushelfen. Da der Weltmeister von 2018 im Sommer jedoch bei den Bayern anheuern wird, könnte Dehm im Falle eines Transfers bei seinem neuen Klub auf einen Schlag zum Stammspieler werden.