​Hertha BSC stand in den vergangenen Jahren wahrlich nicht für begeisternden Offensivfußball. Unterm Strich konnte der Hauptstadtklub jedoch zumindest von sich behaupten, vor argen Abstiegssorgen verschont geblieben zu sein. Nach der laufenden Saison wird man sich dennoch vom aktuellen Cheftrainer ​Pal Dardai trennen. Angeblich könnte ein noch recht unbeschriebenes Blatt aus den eigenen Reihen seinen Posten einnehmen.


Mit einem ​3:1-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart bescherten die Hertha-Profis ihrem langjährigen Chef am vergangene Samstag noch einmal einen schönen Tag im Olympiastadion. ​Manager Michael Preetz dürfte indes für solche Sentimentalitäten derzeit nur wenig Zeit haben, gilt es doch einen neuen Trainer zu finden, der die Berliner aus der Tristesse im Niemandsland der Tabelle in neue Höhen führen soll.


Zuletzt wurden dabei einige potenzielle Kandidaten gehandelt, die auch bei weiteren Bundesligaklubs die Runde machten. Nicht nur die Sportdirektoren der Konkurrenz hörten daher ob einer Aussage des Berliner Managers nach dem Sieg gegen die Schwaben auf, als er zu Protokoll gab, dass man sich bei der Trainersuche nicht in die Quere kommen werde.

Michael Preetz

Michael Preetz will der Hertha ein neues Gesicht verleihen


Der Hintergrund dieses Statements wurde nun offenbar von der BILD aufgelöst. So sollen die Herthaner die Suche nach einem Dardai-Nachfolger längst auf die eigenen Reihen gelenkt haben. Dabei gilt nun U23-Coach Ante Covic als heißester Anwärter auf den bald vakanten Posten auf der Trainerbank. Auf den ersten Blick keine unmutige Entscheidung, schließlich kann der 43-Jährige bislang noch keinerlei Erfahrungen im Profifußball vorweisen.


Ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt des kroatischen Fußballlehrers ist jedoch, dass er die internen Abläufe bei der Hertha so gut wie kein anderer potenzieller Mitbewerber kennt. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere hatte er sich zunächst durch starke Leistungen an der Seitenlinie der Hertha-Jugend für höhere Aufgaben empfohlen und leitet nun bereits seit dem November 2013 die Geschicke der U23.


Dabei führte er die Hertha-Youngsters zuletzt bis auf den vierten Tabellenplatz der Regionalliga Nordost und weckte bereits zuvor das Interesse von anderen Klubs. Sogar der FC Bayern München wollte den talentierten Übungsleiter daher angeblich als Trainer der zweiten Mannschaft für sich gewinnen. Covic lehnte aber dankend ab und hinterließ bei Preetz durch seine bedingungslose Treue einen bleibenden Eindruck.

Rene Tretschok,Otto Rehhagel,Ante Covic,Michael Preetz

In der Saison 11/12 arbeite Covic (2. v. re.) kurzzeitig unter Hertha-Cheftrainer Rehhagel


Auch aus finanzieller Sicht würde der gebürtige Berliner für die Herthaner Sinn machen. Wären für viele andere Trainer, etwa den ehemaligen Tottenham-Coach Andre Villas-Boas, horrende Summen fällig, wäre der Mann aus den eigenen Reihen bereits für ein verhältnismäßig geringes Gehalt vom neuen Weg zu überzeugen.


Auch wenn Covic als großer Förderer von jungen Talenten gilt und somit ideal ins Anforderungsprofil der Hertha-Bosse passt, müsste man sich dennoch die Frage stellen, ob den Berlinern nicht auch ein Impuls von Außen gut tun würde, um nicht die Gefahr aufkommen zu lassen, auch unter dem neuen Coach in alte Muster zu verfallen.