​Gegen den 1. FC Nürnberg hat der FC Bayern München die Chance verpasst, den Vorsprung auf ​Borussia Dortmund auf vier Punkte auszubauen. Stattdessen rangiert der Rekordmeister drei Spieltage vor Schluss mit zwei Zählern Vorsprung an der Tabellenspitze, gegen Hannover 96 soll und muss daher ein Sieg folgen. Verzichten muss Trainer Niko Kovac dabei nicht nur auf Manuel Neuer, sondern auch auf James Rodriguez.


Nachdem sich James in der laufenden Rückrunde einen Platz in der Stammelf erarbeitete und im Vergleich zu den vorherigen Monaten eine deutliche Leistungssteigerung vorweisen konnte, bedeutete der April einen herben Rückschlag für den Kolumbianer. Über seine Zukunft ist noch immer keine finale Entscheidung gefallen, bei einer Rückkehr zu Real Madrid wäre die sportliche Situation wohl noch komplizierter als in München, wo er sich nicht zu 100 Prozent mit der Spielweise von Niko Kovac anfreunden kann.


In den vergangenen Wochen sammelte er gerade einmal 25 Einsatzminuten, 15 davon am vergangenen Sonntag in Nürnberg. Bereits fünf Minuten nach seiner Einwechslung für Javi Martinez habe er laut Kovac ​Schmerzen in der Wade gespürt, wenig später musste er das Feld wieder verlassen. 


Vor wenigen Tagen vermeldete der Verein offiziell, dass der offensive Mittelfeldspieler an einer ​Muskelverhärtung leide, die ihn, wie sich nun herausstellt, an einem Einsatz gegen das Tabellenschlusslicht aus Hannover hindern wird: "Bei James wird es für's Wochenende nicht reichen", wurde Kovac nach der Pressekonferenz am Donnerstag auf der vereinseigenen Website zitiert.


Manuel Neuer trainiert derweil nach seinem Muskelfaserriss wie schon bei vergangenen Verletzungen auf einem speziellen Laufband, bei dem sich die Belastung durch die Reduzierung des Gewichts steuern lässt. "Er macht tagtäglich Fortschritte, aber er ist noch nicht mit 100 Prozent mit dem Gewicht auf dem Laufband", so Kovac, der noch einmal bekräftigte, dass Neuer im Spitzenspiel gegen RB Leipzig zwischen die Pfosten zurückkehren soll: "Das ist das, was wir im Auge haben."


Kovac: "Müssen und wollen gewinnen"


Unabhängig davon warnt der 47-Jährige vor dem kommenden Gegner. Bereits die Ergebnisse der letzten Partien haben teils für Überraschungen gesorgt, da laut Kovac für nahezu jeden Verein alles auf dem Spiel stehe: "Da setzen Mannschaften Kräfte frei. Keiner möchte absteigen, so ist es auch in Hannover. Das hat man gegen Mainz gesehen. Das macht die Sache für uns nicht leichter."

Dennoch könne die Vorgabe nur wie folgt lauten: "Wir müssen und wollen gewinnen." Bei einem weiteren Remis könnte der BVB mit einem Sieg im Topspiel gegen Werder Bremen punktgleich mit den Münchnern ziehen, bei einer überraschenden Niederlage des Rekordmeisters gegen 96 gar die Tabellenführung erobern. Nicht nur deshalb warnt Kovac vor der kommenden Partie - schließlich habe Hannover am Samstag auch "die letzte Chance, dabei zu bleiben".