​Nico Schulz hat sich in den vergangenen beiden Jahren zu einem der besten Linksverteidiger der Bundesliga entwickelt. Kein Wunder also, dass gleich mehrere Vereine ihre Fühler nach dem 26-Jährigen von der ​TSG 1899 Hoffenheim ausgestreckt haben. Gerüchte über einen möglichen Wechsel zu Borussia Dortmund wurden von dem Spieler nun selbst weiter befeuert.​


Im Sommer 2017 wechselte Schulz von Borussia Mönchengladbach in den Kraichgau. Hatte er zuvor bei den Fohlen nur selten die erste Geige gespielt, blühte er bei der TSG richtig auf. Dabei profitierte der mittlerweile zum deutschen Nationalspieler gereifte Abwehrspieler vor allem auch von seinem Cheftrainer ​Julian Nagelsmann, der dafür bekannt ist, Spieler in ihrer Entwicklung weiterzubringen.


Nun ist jedoch längst klar, dass der Trainer der Hoffenheimer ab der kommenden Spielzeit die Geschicke des Ligakonkurrenten RB Leipzigs bestimmen wird. Auch Schulz denkt daher aktuell darüber nach, sich eine neue Herausforderung zu suchen. Bereits seit geraumer Zeit wird der BVB als möglicher Abnehmer gehandelt. Gegenüber dem kicker äußerte sich der Spieler nun ausführlich zu den Gerüchten um seine Person.

Nico Schulz

Nico Schulz stand in dieser Saison bereits in 35 Pflichtspielen auf dem Rasen



Dabei gab der Defensivspezialist unumwunden zu, dass er an einem Scheideweg in seiner Karriere angekommen ist. "Die Situation im Sommer ist eine, die ich mir gut überlegen sollte, weil ich keine 22 mehr bin. Ich bin im besten Fußballeralter, bin Nationalspieler. Da muss man genau abwägen, welcher Schritt wann der richtige ist", so Schulz. Dabei seien die Hoffenheimer aber keineswegs chancenlos und so befinde er sich mit den TSG-Bossen in einem "guten Austausch".


Trotz noch bis 2021 gültigem Vertrag, kokettiert der Linksfuß aber dennoch mit einem Transfer. Will sich Schulz auch im DFB-Team unter Bundestrainer Joachim Löw dauerhaft festsetzen, könnte es von entscheidender Bedeutung sein, zukünftig regelmäßig international zu spielen. Ob dies seinem aktuellen Klub gelingen kann, steht aktuell noch in den Sternen. Derzeit belegt man zumindest den siebten Tabellenplatz und kann auf eine Europa-League-Teilnahme hoffen.


Durch die sechs Gruppenspiele in der Königsklasse hat der Außenverteidiger in dieser Saison aber Blut geleckt und will sich auch in Zukunft mit den Besten Europas messen. "Ich würde gerne einmal zu einem Topklub gehen. Das wissen die Verantwortlichen hier, das ist kein Geheimnis. Falls so ein Verein wirklich anklopft, bin ich jetzt in einem Alter, in dem wir uns zusammensetzen und entscheiden müssten, ob der Zeitpunkt gekommen ist", so der gebürtige Berliner.

Hans-Joachim Watzke

Hans-Joachim Watzke will die Defensive des BVB stärken



Zu den absoluten Topklubs zählt nach Aussage des TSG-Profis "auf jeden Fall" auch Borussia Dortmund. Aber auch ein Wechsel ins Ausland wäre für den Nationalspieler durchaus denkbar, schließlich sei er "kein kleiner Junge mehr" und könne daher "überall gut zurechtkommen". Ein Wechsel zum BVB würde für beide Seiten jedoch durchaus Sinn machen, zumal ​Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bereits bestätigte, dass man auf dieser Position nachrüsten will.


Derzeit steht mit dem zuletzt aussortierten Marcel Schmelzer nur ein etatmäßiger Linksverteidiger im Kader des Herbstmeisters. Häufig musste daher der gelernte Innenverteidiger Abdou Diallo auf Außen aushelfen. Der von Real Madrid ausgeliehene Achraf Hakimi liebäugelt zudem mit einer ​vorzeitigen Rückkehr nach Spanien


Im April hatte die Sport BILD bereits von einer prinzipiellen Einigung zwischen Schulz und dem BVB berichtet. Seitdem haben sich dem Vernehmen nach aber keine weiteren Entwicklungen ergeben. Uneins sind sich die Sportmedien dabei noch, ob im Vertrag des Hoffenheim-Stars eine Ausstiegsklausel verankert ist. Während der kicker eine solche Klausel dementiert, geht die Sport BILD von einer festgeschriebenen Ablösesumme von 25 bis 30 Millionen Euro aus.