Auf ​Schalke gab es im letzten Jahrzehnt viele Transfers, die sehr fragwürdig waren und/oder total gefloppt sind. Von Spielern, die im Trikot der Königsblauen maximal eine handvoll Einsätze hatten, über Spieler die lieber im Brasilien-Urlaub blieben, bis hin zu Transfers über die man in Gelsenkirchen lieber gar nicht mehr sprechen mag. Hier eine Auswahl aus den größten Transfer-Flops und den eigenartigsten Einkäufen der Schalker.


Seltsame Transfers, inklusive hoher Ablösen und hoch dotierter Verträge, haben auf Schalke eine gewisse Tradition. Während diese unter Felix Magath schon fast zum Transfer-Alltag gehörten, leisteten sich auch andere S04-Manager "interessante" Neuzugänge. Folgend sind ein paar dieser Kandidaten wild durcheinander aufgelistet.


Anthony Annan (2011 - 2014)

Schalke's new recruit Ghana internationa

Der Ghanaer sollte im Jahr 2011 als Spielmacher ordentlich einschlagen. So hatte sich das zumindest Felix Magath vorgestellt, der Annan als Ersatz für einen gewissen Ivan Rakitic verpflichtete, welcher damals für 2,5 Millionen Euro nach Sevilla verkauft wurde (Marktwert aktuell: 50 Millionen Euro). Die Ablösesumme für Annan betrug ebenfalls 2,5 Millionen Euro, jedoch konnte er sich nie durchsetzen und wurde aufgrund fehlender Leistung zweimal verliehen, und war dann zwei Monate vereinslos.


Felipe Santana (2013 - 2016)

Beim Rivalen aus Dortmund war Santana noch der Held des Malaga-Spiels, als er 2013 für eine Million Euro nach Gelsenkirchen wechselte. Dank Manager Horst Heldt wollte der Brasilianer dort mehr Spielzeiten erhalten, um sich auch für die brasilianische Nationalelf zu zeigen. Das ging auf Schalke jedoch ordentlich nach hinten los. Der Innenverteidiger kam in der Bundesliga nur auf 25 Einsätze und zog vor allem durch mehrere große Fehler die Aufmerksamkeit auf sich. Nach einer Halbjahres-Leihe zu Piräus wechselte der 1,94 Meter-Mann nach Krasnodar. 


Ali Karimi (Januar 2011 - Juli 2011)

Ali Karimi,Erwin Hoffer


Der in Teheran geborene Mittelfeld-Spieler war wohl einer der größten Missverständnisse auf Schalke. Unter Felix Magath vom iranischen Verein Steel Azin gekommen, hielt er sich nur ein halbes Jahr und bestritt ein Spiel. Karimi floppte schon sechs Jahre zuvor bei Bayern München. Damaliger Bayern-Trainer: Felix Magath.


Carlos Grossmüller (2007 - 2010)

Der zentrale Mittelfeldspieler aus Uruguay wechselte für schlappe 3,5 Millionen Euro im Sommer 2007 zu Schalke. Dort bestritt er nur 22 Spiele, und 14 in der zweiten Mannschaft der Knappen. Er erzielte er nur ein Tor und wechselte später ablösefrei zu US Lecce (Italien)​. Am auffälligsten war er bei seiner Roten Karte gegen Frankfurt bei einer Rudelbildung, was aufgrund seines Platzes auf der Schalker Bank ziemlich ungewöhnlich war. Der Schiedsrichter bestrafte ihn trotz des schnellen Ganges in die Kabine.


Chinedu Obasi (2012 - 2015)

FBL-EUR-C1-SCHALKE-SPORTING

Während seiner Zeit in ​Hoffenheim ging Obasi neben Demba Ba auf Torejagd. 13 Treffer erzielte er für die Hoffenheimer und kam im Jahr 2012 für rund vier Millionen Euro zu den Schalkern. Bereits zu Beginn litt er unter einer Schienbein-Verletzung, verpasste viele Spiele. Auch die Einsätze kamen nicht an seine Zeit in Hoffenheim heran, durchsetzen konnte er sich so nie. Er war ebenfals nach seiner Zeit auf Schalke zunächst vereinslos.


Zé Roberto II (2008 - 2010)

Der damalige Manager Andreas Müller hatte bis zum Wechsel von Ze Roberto II bei​ Transfers aus Südamerika oftmals daneben gelegen (siehe Grossmüller). Der für drei Millionen Euro gekaufte Brasilianer stoß direkt auf Skepsis der Fans, die sich schnell bestätigen sollte. Zwar traf er bei seinem ersten Einsatz direkt zwei Minuten nach seiner Einwechslung, doch sollten nur zwei weitere Einsätze dazukommen. In der Winterpause der Saison 2008/2009 kehrte er aus seinem Brasilien-Urlaub nicht zurück und wurde an Flamengo verliehen, ehe er ein Jahr später ablösefrei zu Vasco da Gama wechselte. 


Albert Streit (2008 - 2011)

Albert Streit,Dirk Stratenschulte

​Streit kam 2008 von ​Eintracht Frankfurt und bekam den vermutlich besten Vertrag seiner Karriere: Vier Jahre mit rund zwei Millionen an Jahresgehalt. Zusätzlich bitter, weil er kurz darauf vom neuen Trainer Magath wegen fehlender Leistungsbereitschaft und Motivation suspendiert und in die U23 geschickt wurde. Der bei den Fans in große Ungnade gefallene Streit saß seinen Vertrag aus und ging nach einem halben Jahr ohne Verein nach Aachen. 2014 erfolgte nach mehreren Stationen in unteren Spielklassen das Ende der Karriere.