Die ​lange Trainersuche des FC Schalke 04 steht angeblich kurz vor einer Vollendung. Laut BILD-Informationen haben sich die Klub-Bosse ausgerechnet auf einen Übungsleiter mit BVB-Vergangenheit geeinigt. Doch in der Brust von ​​David Wagner, der bislang vor allem in der Premier League Achtungserfolge feiern konnte, schlägt auch ein königsblaues Herz.


Bereits seit Wochen sucht der neue Sportvorstand händeringend nach einem neuen Cheftrainer für die kommende Saison. Interimstrainer und Vereinslegende ​Huub Stevens wird nach der aktuellen Spielzeit definitiv wieder in den Aufsichtsrat der Knappen zurückkehren und Platz für einen neuen Coach machen. Der Derbysieg am vergangenen Samstag erhöhte dabei die Wahrscheinlichkeit, dass der neue Chef in der kommenden Saison erstklassig arbeiten darf.


Angesichts der zuletzt ziemlich düsteren sportlichen Aussichten bei den Königsblauen, hatte Schneider jedoch seine liebe Müh und Not, fähige Fußballlehrer von einem Engagement auf Schalke zu überzeugen. Kandidat Marco Rose etwa traute dem Verein offenbar die positive Kehrtwende nicht zu und heuerte stattdessen beim Ligakonkurrenten Borussia Mönchengladbach an.

Jochen Schneider

Jochen Schneider will Schalke ein neues Gesicht verleihen



Bis zum Saisonende wird aber der aktuelle Fohlen-Trainer ​Dieter Hecking die Geschicke bei der Borussia weiterhin leiten. Da der 54-Jährige bei den Gladbachern bislang unterm Strich gute Arbeit verrichtet hat, wurde der gebürtige Westfale zuletzt als möglicher Stevens-Nachfolger gehandelt. Dem Bericht der BILD zufolge, schlug das Pendel am Ende aber in Richtung David Wagner aus.


So sollen sich der 47-Jährige und Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider bereits weitestgehend handelseinig sein. Selbst die obligatorische private Stippvisite bei Schalke-Boss Clemens Tönnies soll der Deutsch-Amerikaner bereits erfolgreich hinter sich gebracht haben. Um im Abstiegskampf keine Unkonzentriertheiten aufkommen zu lassen und vor dem wichtigen Heimspiel gegen Augsburg nicht die Spannung zu verlieren, soll der Deal jedoch erst in der kommenden Woche offiziell verkündet werden.


Mit Wagner würden die Schalker einen der aktuell spannendsten Trainer auf dem Transfermarkt für sich gewinnen. Den Fans des Traditionsvereins dürfte dabei lediglich die BVB-Vergangenheit des guten Kumpels von Jürgen Klopp sauer aufstoßen. So hatte der aktuelle Liverpool-Cheftrainer seinen alten Bekannten aus Mainzer-Zeiten im Sommer 2011 zu den Schwarz-Gelben gelotst.

David Wagner

David Wagner will sich auch in der Bundesliga beweisen



Nach vier überzeugenden Jahren als Trainer der U23 wagte Wagner den Sprung auf die Insel und führte den kleinen Klub Huddersfield Town bis in die Premier League. Die aktuelle Saison verlief jedoch nicht nach Plan und so wurde der gebürtige Frankfurter bereits im Januar freigestellt. Da er seitdem seine Kräfte bündeln konnte, fühlt er sich nun offenbar wieder bereit, eine derart große Herausforderung wie den FC Schalke 04 in Angriff zu nehmen.


Ein Wechsel nach Gelsenkirchen wäre für Wagner eine Reise in die Vergangenheit. Von 1995 bis 1997 lief der ehemalige Mittelstürmer nämlich im Trikot der Schalker auf und war somit auch Teil der legendären Eurofighter, die sich 1997 mit dem Gewinn des UEFA-Pokals unsterblich machten. Da damals Huub Stevens die Geschicke der Königsblauen leitete, würde sich auch in dieser Hinsicht ein Kreis schließen und der einstige Schüler den Staffelstab von seinem damaligen Mentor übernehmen.