Mit einem ​4:2-Auswärtssieg im Derby gegen den BVB ist dem ​FC Schalke 04 am Wochenende endlich der lang ersehnte Achtungserfolg im Abstiegskampf gelungen. Ein Verbleib in der Bundesliga wird für die Königsblauen daher immer wahrscheinlicher. Dies hätte mit Sicherheit auch positive Auswirkungen auf die zähe Suche nach neuen sportlichen Entscheidungsträgern.


Aktuell stehen die Knappen ohne Sportdirektor da und da auch Interimstrainer Huub Stevens nach der Saison definitiv seinen Platz räumen wird, treibt auch die Trainerfrage die Schalke-Bosse rund um Heidel-Nachfolger ​Jochen Schneider weiter um. Dabei machten die letzten Wochen deutlich, dass die Marke Schalke 04 in dieser Spielzeit deutlich an Strahlkraft verloren hat.


Hätten sich im vergangenen Sommer nach der Vizemeisterschaft wohl noch zahlreiche Übungsleiter und Manager um einen Posten beim Ruhrpottverein geprügelt, haben sich die Schalker in den letzten Wochen bereits so manche Abfuhr eingehandelt. Lukrative Trainer wie Marco Rose, der im Sommer bei Ligakonkurrent Borussia Mönchengladbach anheuert, trauten den Schalkern die positive Trendwende offenbar nicht zu.

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Dieter Hecking ist mit allen Wassern gewaschen


Schneider, der als eher zurückhaltender Vertreter seiner Zunft gilt, verzichtete zuletz auf Wasserstandsmeldungen. Wie der kicker in Erfahrung gebracht hat, sollen sich mittlerweile aber zwei Favoriten herauskristallisiert haben. Da wäre zum einen ​Dieter Hecking, der in den letzten Jahren bei Borussia Mönchengladbach einen guten Job gemacht hat, nun aber eben für Rose weichen muss.


Einen Kreativitätspreis würden die Schalker mit der Verpflichtung des bundesligaerprobten Trainers zwar nicht gewinnen. Dafür steht der 54-Jährige jedoch wie kaum ein anderer Coach für eine absolute Stabilität und könnte den Traditionsverein wieder in ruhigere Fahrwasser geleiten. Dem Bericht zufolge, wäre dabei etwa ein Modell denkbar, bei dem Hecking als Zwischenlösung für etwa zwei Jahre eingeplant wäre, bevor, ähnlich wie in Gladbach, ein jüngerer Trainer den nächsten Entwicklungsschritt einleitet.


Eine weitaus mutigere Wahl wäre da schon ​David Wagner. Der ehemalige Huddersfield-Coach sorgte mit seiner Mannschaft in der Premier League für Furore und konnte in der vergangenen Saison den Klassenerhalt feiern. Die aktuelle Spielzeit verlief jedoch äußerst enttäuschend und so wurde der deutsche Übungsleiter bereits im Januar 2019 entlassen. Da die Qualitäten des fußballbesessenen 47-Jährigen aber unbestritten sind, wäre ihm ein Durchbruch in der Bundesliga durchzutrauen.

David Wagner

David Wagner gilt als ausgewiesener Taktikfuchs


Laut kicker-Informationen ist noch unklar in welche Richtung das Pendel ausschlagen wird. Eine Rückholaktion von Domenico Tedesco, die angeblich tatsächlich diskutiert wurde, soll jedoch keine Option mehr sein. Allzu lange gedulden, müssen sich die Schalke-Fans aber dem Bericht zufolge nicht mehr. So soll womöglich bereits in dieser, spätestens aber in der nächsten Woche, der kommende Trainer verkündet werden.


Wird Krösche neuer Sportdirektor?


Die Suche nach einem neuen Coach gestaltete sich vor allem auch daher so schwierig, da die Schalker derzeit ohne Sportdirektor auskommen müssen. Dabei hatte Jochen Schneider nach seinem Start als Sportvorstand bereits Mitte März verkündet, dass er sich einen starken Partner an seiner Seite wünscht. Drängeln lassen, wollte sich der gebürtige Schwabe bei seiner Wahl aber nicht.


Wenn man Berichten des Westfalen-Blatt und fussballtransfers.com Glauben schenken kann, dürfte jedoch auch bei dieser Personalie in Bälde eine Entscheidung bevorstehen. So verdichten sich die Anzeichen, dass ​Markus Krösche als neuer Kaderplaner der Schalker angedacht ist. Durch herausragende Arbeit beim Zweitligisten SC Paderborn, die derzeit an einem Aufstieg in die Bundesliga schnuppern, hat sich der 38-Jährige aber auch auf die Wunschliste von RB Leipzig gearbeitet.

Markus Kroesche

Führt Markus Krösche die Schalker in eine neue Ära?


Auch die Roten Bullen suchen neben Ralf Rangnick einen weiteren Fußballfachmann. Wer Rangnick und Schneider kennt, weiß aber, dass Krösche bei den Schalkern wohl deutlich mehr Entscheidungsgewalt eingeräumt werden würde als beim Champions-League-Teilnehmer aus dem Osten der Republik.


An den Gerüchten um seine Person wollte sich Krösche bislang nicht beteiligen und erklärte laut dem Wetsfalen-Blatt unlängst erneut, dass er sich in den kommenden Wochen angesichts der Chance einen Aufstieg in die Bundesliga perfekt zu machen, mehr Ruhe wünsche. Eben jene sonst eher beschauliche Atmosphäre in Paderborn würde er bei einem Engagement bei einem der beiden Bundesligisten aufgeben. Im Gegenzug könnte er aber mit weitaus mehr Geld auf der hohen Kante auf dem Transfermarkt agieren.