Thomas Doll ist seit dem 27. Januar 2019 bei ​Hannover 96 als Trainer angestellt. In elf Spielen an der Seitenlinie der Niedersachsen holte er bislang vier Punkte mit einem Sieg und einem Remis bei neun Niederlagen. Dafür aber hat er viel zu erzählen und mischt sich in viele Dinge ein, die ihn am Ende gar nicht tangieren sollten. Mein Rat an Thomas Doll: weniger reden!


Thomas Doll hat es bislang nicht geschafft, Hannover 96 aus der Abstiegszone herauszuführen. Dabei war er dafür extra an die Leine geholt worden. Nun ist es sicher auch dem Kader ein Stück weit geschuldet, dass man die rote Laterne seit Wochen innehat, dennoch bleibt der Erfolg von Doll überschaubar. Was allerdings ausufert, sind die ständigen Wortmeldungen zu allen möglichen Themen von Thomas Doll.


So beklagte sich der 53-Jährige in der Sport Bild kürzlich über den Umgang mit den Trainern in Deutschland. „Ich habe in den vergangenen Tagen mit einigen Kollegen gesprochen. Wir finden: Der Umgang mit uns Fußball-Trainern ist im Moment einfach nicht in Ordnung“, so der Übungsleiter. Sicher hat er mit seiner Kritik an der Berichterstattung recht, die Schnelllebigkeit in der Branche lässt sich langsam nicht mehr mit normalem Menschenverstand erklären. Allerdings lassen das die Summen, die mancher Spieler oder Trainer dafür bekommt, ebenfalls nicht.


Doll nutzte im Interview zudem noch die Gelegenheit, seinem Kollegen Niko Kovac beizuspringen. „Niko Kovac steht auf Platz eins der Bundesliga und im Pokal-Halbfinale. Warum wird Niko dann ständig bloßgestellt? Ich habe dafür kein Verständnis.“ An anderer Stelle wiederum kritisierte er seinen Boss Martin Kind für dessen Aussagen. „Auf der einen Seite wurden Spieler genannt, bei denen es angeblich nicht reicht. Wenig später sind es die Trainer, die das Potenzial nicht abrufen. Ich denke, das passt nicht zusammen“, so Doll über den Hauptgesellschafter.


Das allerdings sind nur wenige Auszüge aus Wortmeldungen von Thomas Doll. Weitere wären noch die Aussagen nach dem Spiel gegen ​Borussia Mönchengladbach, wo er den Journalisten „Schadenfreude“ wegen der Niederlagenserie vorwarf, oder die Ansage vor dem Duell gegen Wolfsburg Anfang April, wo er Phrasen unbedingt vermeiden, dann aber doch wieder den „Bock umstoßen“ wollte.


Es ist diese unsägliche Mischung aus persönlich falscher Einschätzung und dem Drang, zu allem seinen Senf dazugeben zu müssen. Man hat das Gefühl, würde er nur halb so viel reden und dafür mit dem Team entsprechend arbeiten, Hannover stünde besser da, als es aktuell der Fall ist. Sich einerseits immer wieder in die Opferrolle begeben, um von dort aus Pfeile in alle Richtungen abzuschießen, und andererseits dann darüber mokieren, dass man ebenfalls nicht mit Samthandschuhen angefasst wird, wirkt auf Dauer unglaubwürdig. Hannover war noch mal die Chance für Doll, in der Liga Fuß zu fassen. 17 anderen aktuelle Teilnehmer der höchsten deutschen Spielklasse dürften sich jedoch bestätigt sehen, warum sie die Nummer von Thomas Doll zuletzt so vernachlässigten.