Das 0:6 beim ​FC Augsburg war der Sargnagel für Markus Weinzierl, nach der Partie wurde er noch am selben Abend beim ​VfB Stuttgart von Sportvorstand Thomas Hitzlsperger entlassen. Nachfolger Nico Willig, zuvor Trainer der U19 der Schwaben, soll den Klassenerhalt nun sichern. Bei der Pressekonferenz zur anstehenden Partie gegen Borussia Mönchengladbach äußerte sich der neue Trainer erstmals öffentlich.


Sechs Gegentreffer in Augsburg waren zu viel für Markus Weinzierl. Die alte Wirkungsstätte des ehemaligen Augsburg-Trainers war zugleich seine letzte Schlacht, die er für den VfB Stuttgart auszufechten hatte. Es war allerdings ein ungleiches Duell, zu dem die Schwaben lediglich mit Stöcken und Steinen bewaffnet anrückten, während der FCA eine Garnison von vollausgerüsteten Kriegern schickte. Letztlich wurde der VfB mit einem halben Dutzend Gegentreffer regelrecht verprügelt und wieder nach Hause geschickt. Es folgte die Entlassung des Trainers und die Neuanstellung von Nico Willig als Chefcoach.


Der ehemalige U19-Trainer stand nun erstmals sein seiner Inthronisierung Rede und Antwort vor den Journalisten. Auf der Pressekonferenz erklärte Thomas Hitzlsperger zuvor zum Personalwechsel: „Wir sind sehr froh, dass wir mit Nico Willig jemand gefunden haben, der keine Eingewöhnungszeit benötigt. Die ersten Eindrücke sind sehr positiv.“


Auch der neue Coach erklärte seinen Ansatz vor der Partie gegen die Rheinländer. „Wir haben viele Einzelgespräche geführt. Es geht darum, wieder Energie und Power in die Mannschaft zu bringen. Wir arbeiten gemeinsam an unserem Ziel, in der Bundesliga zu bleiben.“ Aktuell sind es sechs Punkte auf den ersten Nichtabstiegsplatz, den der FC Schalke 04 besetzt. Der VfB selbst muss auch den Blick nach hinten richten, denn der 1. FC Nürnberg ist bis auf drei Punkte am Relegationsrang herangerückt.


Für Willig sind dies alles jedoch keine Kriterien, die Zweifel haben aufkommen lassen. „Es ist für mich eine Ehre, dass mir diese Verantwortung übertragen wurde. Ich möchte den Fans, Mitarbeitern und dem gesamten Umfeld etwas zurückgeben. Deshalb musste ich nicht nachdenken, ob ich diese Aufgabe annehmen werde.“


Die Herangehensweise gegen Gladbach möchte der neue Cheftrainer daher wie folgt gestalten: „Wir wollen aktiv sein und und dem Spiel unseren Stempel aufdrücken. Das wollen wir entwickeln. Wenn wir das auf den Platz bekommen, dann werden wir unser Ziel erreichen. Es geht darum, dass wir die Freude, das Engagement und die Lautstärke, die wir im Training haben, am Samstag auf den Platz bekommen.“


Den kommenden Gegner schätzt er dabei sehr stark ein, dennoch sieht er Chancen für den VfB. „Sie haben ein sehr hohes Niveau mit viel individueller Klasse. Wir dürfen Gladbach nicht zu viel Raum geben. Und trotzdem wollen wir selber aktiv sein und Druck ausüben“, so Willig weiter. Tatsächlich sind die Gäste alles andere als unschlagbar. Aktuell hadern die Fohlen sowohl mit ihrer Chancenverwertung als auch mit ihren geschossenen Toren. Eine Möglichkeit für den VfB, sich für die vorangegangenen Wochen zu rehabilitieren gegen ein Team, was selbst mit der eigenen Form kämpft. Aussichtslos ist die Lage also nicht.