​​Eintracht Frankfurt spielt eine herausragende Saison. Nach grandiosen Auftritten stehen die Hessen im Halbfinale der Europa League. In der ​Bundesliga grüßt die SGE derzeit von Platz vier und darf sich berechtigte Hoffnungen auf die Qualifikation für die ​Champions League machen. Die letzten Wochen gingen allerdings nicht spurlos an der Mannschaft vorbei. Für Cheftrainer Adi Hütter gilt es daher, im Saisonendspurt die richtige Mischung zu finden und die Belastung auf mehreren Schultern zu verteilen.


Am vergangenen Montag erkämpfte sich die Eintracht ​in Wolfsburg ein 1:1-Unentschieden. Ein spätes Gegentor durch John Anthony Brooks brachte den Tabellenvierten um den Auswärtssieg. Die Hütter-Elf hatte bereits am Spieltag zuvor gegen den ​FC Augsburg (1:3) in der Schlussphase einen Gegentreffer kassiert, was möglicherweise auch auf die hohe Belastung der letzten Wochen zurückzuführen ist. "Natürlich ist die Mannschaft nicht mehr ganz so frisch", wird Hütter von der Bild-Zeitung zitiert. 


Einigen Spielern war zuletzt durchaus anzusehen, dass sie an ihre Belastungsgrenze gestoßen sind. Hütter steht daher in den letzten Wochen der Saison vor der schwierigen Aufgabe, in Sachen Rotation das richtige Maß zu finden, ohne dabei die sportlichen Ziele zu gefährden. In der Bundesliga stehen mit ​Hertha BSC, ​Bayer 04 Leverkusen, ​Mainz 05 und ​Bayern München noch anspruchsvolle Aufgaben auf dem Programm. Im Europa-League-Halbfinale wartet mit dem ​FC Chelsea ein richtig schwerer Brocken. 

Danny da Costa

Frankfurts Dauerbrenner: Danny da Costa


Hütter kommt es im Saisonendspurt sicherlich entgegen, dass sich die personelle Situation zuletzt etwas entspannt hat. Mit Marco Russ und Timothy Chandler, der in dieser Saison aufgrund einer Knie-OP noch kein Pflichtspiel bestritten hat, stehen zwei weitere Optionen für die Defensive zur Verfügung. Chandler stellt eine Alternative zu Dauerbrenner Danny da Costa dar. Der Rechtsverteidiger stand in allen 44 Pflichtspielen in der Anfangsformation und hätte gegen eine Pause wohl nichts einzuwenden. 


​Innenverteidiger Simon Falette hat in den letzten beiden Pflichtspielen zudem gezeigt, dass er trotz fehlender Spielpraxis eine gute und verlässliche Alternative für das Abwehrzentrum ist. Für das zentrale Mittelfeld steht Lucas Torro wieder zur Verfügung. Der Spanier feierte im Rückspiel gegen Benfica Lissabon (2:0) nach langer Verletzungspause sein Comeback und durfte in Wolfsburg von Beginn an ran. Mit Jonathan de Guzman und Goncalo Paciencia haben sich zuletzt zwei Spieler aus der zweiten Reihe für Startelfeinsätze empfohlen. 


Haller-Rückkehr in Aussicht


Schmerzlich vermisst wird seit Anfang April Sebastien Haller. Der Mittelstürmer, der in 38 Pflichtspielen an 31 Treffern (19 Tore/zwölf Vorlagen) direkt beteiligt war, wird von einer Bauchmuskelverletzung außer Gefecht gesetzt. Wann der 24-Jährige wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann, ist laut Hütter nur schwer vorhersehbar. Haller befinde sich jedoch auf einem guten Weg.