​Ähnlich wie Mario Götze hat auch Raphael Guerreiro bei Borussia Dortmund unter Lucien Favre eine geeignete Rolle gefunden, um seine Qualitäten voll ausspielen zu können. Der Portugiese glänzt auf der linken Angriffsseite, ist gleichzeitig aber auch überall auf dem Spielfeld zu sehen. Die Verantwortlichen streben eine Vertragsverlängerung über 2020 hinaus an, zu verkünden gibt es aber noch nichts, wie die Ruhr Nachrichten berichtet. 


Noch in den Anfangswochen der Vorbereitung galt Guerreiro, der im Sommer 2016 für zwölf Millionen Euro vom FC Lorient nach Dortmund wechselte, als potentieller Streichkandidat. Nach einem guten ersten Jahr unter Thomas Tuchel war der Portugiese in der abgelaufenen Spielzeit von vielen Verletzungen geplagt, stand gerade einmal 15 Mal auf dem Platz und erhielt wenige Gelegenheiten, zu überzeugen.


Angeblich habe Tuchel ihn zu Paris St. Germain locken wollen, doch Michael Zorc stemmte sich gegen einen Transfer des 25-Jährigen: "Raphaël hatte keine glückliche Saison. Wir sind aber froh, dass er jetzt verletzungsfrei ist – und hoffentlich wieder zu seiner alten Form findet", erklärte der Sportdirektor noch im Juni gegenüber Bild.

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  Längst in Bestform: Raphael Guerreiro.


Nach einer Oberschenkelverletzung zu Saisonbeginn wurde Guerreiro zwar das ein oder andere Mal von muskulären Problemen zurückgeworfen, doch aktuell steht er bei 28 Einsätzen. Anstatt wie bei der portugiesischen Nationalmannschaft als Linksverteidiger aufzulaufen, spielt er regelmäßig auf der offensiven Außenbahn. Favre, so heißt es, habe ihn früh als offensiven Spieler gesehen, dessen Hauptaufgabe nicht die Arbeit gegen den Ball sein soll.


Guerreiro "kein Spieler" für ein "starres Schema"


Zwar muss er ein ums andere Mal in der Viererkette aushelfen, wenn das übliche Personal um Abdou Diallo oder dem ohnehin verletzten Achraf Hakimi ausfällt, doch größtenteils erhält Guerreiro in der Offensive sämtliche Freiheiten. "Raphael braucht diese Freiheiten. Er ist kein Spieler, den man in ein starres Schema pressen sollte", weiß Zorc, und auch Tuchel beschrieb ihn einst als "viel zu gut für nur eine Position."

Ob links, rechts, im Zentrum, in der eigenen oder gegnerischen Hälfte - Guerreiro hält sich überall auf und macht immer wieder auf sich aufmerksam. Der Linksfuß hat das Auge für den entscheidenden Pass, ist bei Standards immer wieder gefragt und leitet gefährliche Aktionen ein. Wettbewerbsübergreifend ist er bislang an zwölf Toren beteiligt und konnte schon längst Jacob Bruun Larsen aus der Startformation verdrängen.


Vertragsgespräche im Gange


Allerdings läuft sein Vertrag im Sommer 2020 aus. Der BVB würde gerne verlängern, wie neben Zorc auch Hans-Joachim Watzke bekräftigte, doch es könnte noch ein wenig dauern, ehe ein Ergebnis absehbar wird. "Die Gespräche laufen", bestätigte Zorc, was Stand jetzt als positives Zeichen zu werten ist.