Der Transfer von ​Cristiano Ronaldo zu Juventus Turin wurde von den Tifosi der Alten Dame frenetisch gefeiert. Der 34-Jährige trifft auch bei seinem neuen Arbeitgeber nach Belieben, allerdings glaubt Marco Tardelli, der selbst einst für Juve auflief, dass einige Spieler unter dem Superstar leiden.


Auf dem ersten Blick läuft für Juventus Turin (fast) alles wie gewohnt: In der Serie A feierte der Verein am Wochenende vorzeitig die Meisterschaft, sicherte sich den achten Titel in Serie und baut seine nationalen Rekorde weiter aus. In diesem Jahr schied die Mannschaft allerdings bereits im Viertelfinale der Coppa Italia aus, zudem zerplatzte der Traum vom dritten Titel in der Champions League ​vorzeitig gegen Ajax Amsterdam.


Cristiano Ronaldo, der für 117 Millionen Euro von ​Real Madrid nach Turin wechselte, wurde bestens in das System von Massimiliano Allegri integriert. In 39 Pflichtspielen erzielte er 26 Tore, unvergessen ist sein Hattrick im Achtelfinal-Rückspiel der Königsklasse gegen Atlético Madrid. Doch Ronaldo ist eben Ronaldo: Immer wieder steht er im Mittelpunkt, immer wieder ist er derjenige, von dem die Verantwortlichen und Fans Höchstleistungen erwarten.


Er selbst nimmt jedoch auch seine Mitspieler in die Pflicht, wie seine ​merkwürdige Geste nach dem Aus gegen Ajax gemeinsam mit seiner Aussage, ​er allein könne "keine Wunder bewirken", noch einmal verdeutlicht. Seine Präsenz auf und neben dem Feld scheint dennoch dem einen oder anderen ein Dorn im Auge zu sein, wenn man den Worten von Marco Tardelli Glauben schenken mag.

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Fluch oder Segen: War der Transfer von Cristiano Ronaldo die richtige Entscheidung?



Der 64-Jährige gewann in seiner Karriere unter anderem die Weltmeisterschaft, den Europapokal der Landesmeister und fünf Mal den Scudetto - allesamt als Spieler von Juventus Turin (1975 - 1985). Der langjährige Assistent von Giovanni Trapattoni erklärte gegenüber Rai Sport, dass einige Spieler seit der Verpflichtung von Ronaldo nicht an ihre Leistungsgrenze gehen würden und sich stattdessen von ihm leiten lassen: "Sie leiden unbewusst unter ihm. (Paulo) Dybala ist einer von ihnen" (via Sport Bild). 


Der Argentinier erlebt mit fünf Toren und sechs Vorlagen in der Serie A sein schwächstes Jahr beim italienischen Rekordmeister und wird immer wieder mit einem Wechsel in Verbindung gebracht. Allerdings erklärte Sportdirektor Fabio Paratici gegenüber Sky Italia, dass der 25-Jährige bleiben werde: "Natürlich wird Dybala bleiben. Er ist ein Juve-Spieler und es ist offensichtlich, dass er bleiben wird" (via Marca). 


Laut Tardelli seien nun die Verantwortlichen gefragt, um die gesamte Mannschaft wieder zur Bestform zu führen - ​schließlich plant Ronaldo keineswegs, den Verein nach nur einem Jahr wieder zu verlassen: "Juventus muss an der Führung der Mannschaft arbeiten. Cristiano Ronaldo hat vielleicht zu viel gespielt in dieser Saison, aber er ist natürlich ein Spieler, der sich immer aufdrängt und das Gesicht der Mannschaft ist."