Waldemar Anton war mit seinen erst 22 Jahren bereits Kapitän bei ​Hannover 96, dem Verein, bei dem er schon seit seiner Jugend spielt. Eigentlich will er "seinen" Verein nicht verlassen, doch aufgrund der katastrophalen Saison und dem drohenden Abstieg bahnt sich nun sein Wechsel an - obwohl er noch nicht aufgegeben hat.


Anton ist seit Beginn der Saison (dank Ex-Coach André Breitenreiter) zum bis dato jüngsten Kapitän der aktuellen Spielzeit geworden. Das Amt des Mannschaftsführers hatte er bereits in der A-Jugend der 96er inne. Thomas Doll hatte ihm später die Binde wieder abgenommen - damit sich der Youngster auf sich selbst konzentrieren könne, hieß es.


Schon seit 2008 läuft er für die Roten auf. Er kennt den Verein also schon sehr lange, sehr gut und dürfte dementsprechend eine nicht unbedeutende Beziehung zu ihm aufgebaut haben. Doch nun droht der direkte Abstieg in Liga Zwei, was Anton zwar verhindern will. Dennoch ist es ein möglicher, sogar höchstwahrscheinlicher Weg, und dieser dürfte wohl zur Trennung führen.


Im Sportbuzzer wollte er sich auf den Abstieg noch gar nicht vorbereiten. „Ich habe das Gefühl, und bin fest der Meinung, dass momentan alles in unsere Richtung läuft", so der Innenverteidiger ​nach dem 0:0 gegen Berlin. Durch die aktuelle Tabellensituation, mit sechs Punkten Abstand auf Platz 16 bei nur noch vier Spielen, eine mutige Aussage. 

Waldemar Anton

Steckt beim Abstieg in der Zwickmühle: Ex-Kapitän Waldemar Anton



Anton, der auch U21-Nationalspieler ist, möchte allerdings nicht wieder in der Zweiten Liga spielen. Auch wenn er an Hannover emotional hängen mag, wird er sich als Spieler wichtiger nehmen müssen, wenn er weiterhin erstklassig spielen will. Der Klassenerhalt ist rechnerisch noch möglich. Obwohl diese Mission schon gescheitert zu sein scheint, betont Anton sicher: „Ich glaube dran." Martin Kind hätte ihn auch gerne im Falle des Abstiegs noch an Bord. „Ich persönlich empfehle, Anton zu behalten", wird er bei Sportbuzzer zitiert. Wie realistisch (Gerüchten zufolge soll Interesse seitens ​Berlin und ​Köln bestehen) das ist, auch wenn der Marktwert diese Saison gesunken ist, bleibt abzuwarten.


Er wird bis zur letzten Spielminute an den möglichen Klassenerhalt glauben, für sich und den Verein. Bei einem schlechten Ende dürfte Anton dann im Sommer aber Teil des Transfer-Geschäfts werden - auch, wenn er dann womöglich schweren Herzens nach elf Jahren ein anderes Wappen tragen wird. Sollte dieses Szenario eintreten, soll Anton Hannover dann aber zumindest rund zehn Millionen Euro einbringen. Geld, dass 96 im Unterhaus mit Sicherheit auch gut gebrauchen dürfte.