​Am vergangenen Samstag war er einer der enttäuschtesten Spieler des ​HSV - mit seinem Aussetzer gegen Erzgebirge Aue kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte ​Julian Pollersbeck (24) einen nicht unerheblichen Anteil an dem Punktverlust gegen die Sachsen. Doch der Pokal hat seine eigenen Gesetze - und Statistiken.


Nein, da gibt es gar nichts zu deuteln: den Eckball von Riese in der 43. Minute des Spiels gegen Erzgebirge Aue musste er einfach runterpflücken. Vielleicht hat ihn die ungünstig scheinende Sonne behindert, vielleicht auch die sich vor ihm im Pulk befindlichen Spieler - doch wie die alte Fußballer-Weisheit schon sagt: wenn er rausgeht, muss er ihn auch haben. 


Hatte er aber nicht, und der HSV lief mal wieder einem Rückstand im eigenen Stadion hinterher. Dass es am Ende zumindest noch zu einem Punkt "reichte", war für den HSV-Keeper auch kein Trost mehr. 


Heute Abend im Pokalhalbfinale gegen RB Leipzig (20.45 Uhr) wird wieder vieles von Pollersbeck abhängen. Lapidar formuliert, müssen ihm, wie die Mopo bereits in Anspielung auf den Sponsor des heutigen Gegners witzelte, förmlich "Flügel wachsen", um seinen HSV vor Schaden = Toren zu bewahren. 


"Jeder Lauf hat auch mal ein Ende!"


Doch dem Keeper ist trotz der beängstigenden Form der Leipziger nicht bange: "Sie haben einen Wahnsinnslauf, aber jeder Lauf hat auch mal ein Ende." Klingt zumindest selbstbewusst. 


Vielleicht ja auch aus dem eigenen "Wahnsinnslauf" gespeist. Denn: im Pokal steht für "Polle" weiterhin die Null. Gegen Wehen Wiesbaden, 1. FC Nürnberg und SC Paderborn setzte es "Zu-Null-Siege". Die einzigen Gegentreffer fing sich der HSV beim etwas peinlichen 5:3 beim TuS Erndtebrück. Damals stand Ersatztorwart Tom Mickel im Tor.