Ganz klar hat man in Hamburg, auch beimHSVmomentan andere "Sorgen". ​Dennoch: Hannes Wolf (38) steht beim morgigen DFB-Pokalhalbfinale gegen RB Leipzig (20.45 Uhr) nur noch einen Schritt vor dem Einzug in das Pokalfinale von Berlin. Und somit auch nur einen Schritt davor, in die Fußstapfen einer absoluten Trainerlegende zu treten


Der Name der Legende umweht den Volkspark seit 1987. Dieses Jahr ist bis heute die Wendemarke dieses einstmals so großen und stolzen Klubs. Es markiert ein Vorher und ein Nachher. Und seit nunmehr 32 Jahren (!) hat es noch kein Nachfolger geschafft, auch nur ansatzweise an die Erfolge des großen ​Ernst Happel anzuknüpfen. 


Zwar hat der HSV das eine oder andere Liga-Pokal-Finale erreicht, mitunter sogar siegreich absolviert, doch die wahren, weil offiziellen Titel (Meisterschaft und Pokal) auf nationaler Ebene blieben dem Traditionsklub verwehrt. Und zwar seit 1987, als sich der HSV letztmals in die Siegerliste des deutschen Pokalwettbewerbs eintragen konnte. 


Kurioserweise war der damalige Gegner im Finale von Berlin (Stuttgarter Kickers) ein Zweitligist. Als solcher würde auch der HSV, ein Sieg morgen gegen die Sachsen vorausgesetzt, am 23. Mai in das Endspiel in der deutschen Hauptstadt einziehen. Offiziell zumindest, denn bis dahin wird sich höchstwahrscheinlich schon entschieden haben, ob die Rothosen den direkten Wiederaufstieg in Liga 1 geschafft haben. 


Dem gilt im Klub das Hauptaugenmerk. Daran ließ auch Sportchef Ralf Becker bei seinem gestrigen Auftritt im NDR-Sportclub keinen Zweifel. Zwar erkannte er die "Gemeinheit" der Frage an (Aufstieg oder Pokal?), wurde dann aber sofort deutlich: "Die Liga hat Priorität, der Aufstieg steht über dem Pokal." Dennoch freue sich sowohl er als auch der ganze Klub "total auf das Spiel gegen Leipzig". Und wer weiß: vielleicht gelingt Wolf ja sogar ein doppelter Erfolg: Einzug ins Pokalfinale und Aufstieg. Ein neuer Happel würde deshalb zwar noch nicht aus ihm werden, aber ein Anfang dafür wäre gemacht.