Diametral entgegengesetzt zum frühsommerlich anmutenden Oster-Wetter, ist die Stimmung in Hamburg bezüglich des ​HSV eher winterlich-frostig. Weite Teile der Fans beginnen sich mit der Idee anzufreunden, eventuell ein zweites Jahr in Liga 2 verbringen zu müssen. Auch das Wort Relegation fällt in diesem Zusammenhang immer häufiger. Am Ende werden es die Rothosen aber auf direktem Wege schaffen. Ein Ausblick.


Am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) spielen vier der ersten fünf Teams der Tabelle gegeneinander. Der HSV (2.) reist zu Union Berlin (4.), der SC Paderborn (3.) empfängt Heidenheim (5.). Angesichts der Auswärtsstärke der Hamburger, die auch in der aktuellen, bereits seit fünf Spielen anhaltenden Krise einigermaßen Bestand hatte, wird der HSV dort zumindest nicht verlieren. Denn auch Union zeigt seit einigen Wochen Nerven, und wird am Sonntag in die Verlegenheit kommen, als Gastgeber etwas mehr zu riskieren, als vielleicht noch bei ihrem Auftritt in Hamburg. Ein Unentschieden würde dem HSV jedenfalls mehr nützen als den "Eisernen". Entsprechend werden sich bei zunehmender Spieldauer (und solange Union nicht führt) Räume für den HSV ergeben. 


Dasselbe gilt auch für das letzte HSV-Auswärtsspiel der Saison, beim SC Paderborn. Bei diesem Spiel wird auch noch die Erinnerung an das relativ ungefährdete Weiterkommen des HSV im DFB-Pokal eine Rolle spielen. Prognose: Beide Spiele wird der HSV gewinnen. 


Doch das allein reicht nicht. Das Restprogramm hält auch noch zwei Heimspiele für den HSV bereit - und zwar gegen potentielle Absteiger. Also genau die Art Gegner, die in den letzten Wochen fleißig Punkte im Volkspark gesammelt hat. Doch man kann als HSV-Fan auch hier von einem Serien-Phänomen sprechen. Nämlich, dass jede Serie irgendwann reißt. Und bei aller Liebe: wer als Tabellenzweiter (oder Dritter) nicht in der Lage ist, in der entscheidenden Phase der Meisterschaft zwei Heimspiele gegen den Letzten und Vorletzten der Tabelle zu gewinnen, hat eine Etage höher sowieso nichts verloren.


Reservisten drehen auf


Darüberhinaus gibt es in diesen schwarz-weiß-blauen Krisenzeiten sogar noch wirklich gute Nachrichten von der Spielerfront. Denn sowohl beim Top-Spiel in Köln als auch beim anschließenden Heimauftritt gegen Aue waren zwei Spieler die entscheidenden Akteure, die schon mehr oder weniger von der Bildfläche verschwunden waren: ​​Manuel Wintzheimer (20) erzielte die beiden HSV-Treffer aus diesen Spielen, während Abwehrrecke Leo​ Lacroix (27) zuerst Kölns Top-Torjäger Simon Terodde und danach die Auer Offensive aus dem Spiel nahm. Und auch spielerisch durchaus zu überzeugen wusste. 

Manuel Wintzheimer

Zwei Spieler also, die im letzten Drittel der Saison überraschend durchstarten und dem Trainer somit mehr Optionen geben. Fürwahr keine schlechte Nachricht im bereits eingeleiteten Endspurt der Liga.