Die Lage auf Schalke wird immer bedrohlicher. Die Knappen gingen am Samstagabend vor heimischem Publikum mit 2:5 gegen 1899 Hoffenheim baden, der Vorsprung auf den Relegationsplatz bleibt nur aufgrund der ebenso schwachen Leistungen des VfB Stuttgart bei sechs Punkten. Das Revier-Derby gegen Borussia Dortmund kommt zur Unzeit - auch, weil der VfB bereits ein zweites Mal den Trainer gewechselt hat.


Nach dem 0:3 bei Mainz 05 und dem anschließenden 0:4 gegen Fortuna Düsseldorf dachte man bereits, die Saison des FC Schalke 04 könnte nicht schlimmer werden - doch gebessert hat sich die Lage seitdem keineswegs. Der 1:0-Erfolg über Hannover 96 war der erste und bislang einzige Sieg unter Huub Stevens, ​der unter der Woche die Mannschaft kritisierte und Vorgänger Domenico Tedesco, der an ihr in seinem zweiten Jahr scheiterte, gleichzeitig in Schutz nahm.


Die Leistung gegen Hoffenheim war phasenweise nicht schlecht, doch gegen einen gnadenlos effektiven Gast aus Sinsheim war die 2:5-Pleite ein weiterer, schwieriger Schlag. Glück für Schalke: Die Konkurrenz macht es noch schlechter. Der VfB Stuttgart ging beim FC Augsburg mit 0:6 baden, Hannover 96 und der 1. FC Nürnberg sammeln aktuell ebenfalls nicht die nötigen Punkte, um das rettende Ufer zu erreichen.


Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt sechs Punkte, könnte allerdings schmelzen: Die Schwaben haben Markus Weinzierl mittlerweile entlassen, Jugendtrainer Nico Willig übernimmt mit sofortiger Wirkung. Sollte dieser für einen neuen Impuls in den Reihen des VfB sorgen, könnte Schalke in den kommenden Wochen gar auf den Relegationsplatz abrutschen, wenn die Ergebnisse negativ bleiben.


Zwei Spiele gegen die Konkurrenz


Erst sechs Punkte holte der Verein in der Rückrunde, vier Spiele stehen noch auf dem Restprogramm - darunter das Derby gegen den BVB am kommenden Wochenende. Zwar stolpert der Rivale aus dem Ruhrgebiet derzeit eher von Sieg zu Sieg, als dass er auf überzeugende Art und Weise drei Punkte einfährt, doch der Unterschied zu Schalke ist, dass die Punkte gewonnen werden.


Eine Woche später empfängt Königsblau den FC Augsburg, doch sollte die Mannschaft nach der Übernahme von Martin Schmidt weiterhin so überzeugend spielen, würde dies einen weiteren bitteren Abend für Schalke bedeuten. Die beiden letzten Gegner sind Bayer Leverkusen und eben jener VfB Stuttgart, der nun noch einmal eine echte Gefahr werden könnte.

Wie angespannt die Lage auf Schalke ist, deutete sich bereits in den vergangenen Tagen und Wochen an. Auch nach der Pleite gegen die Hoffenheimer versuchten sich die Spieler an typischen Durchhalteparolen: "Wir müssen nach vorne schauen und in den kommenden Wochen alles geben", wird Benjamin Stambouli auf der ​vereinseigenen Website zitiert. "Wir haben eine Woche Zeit, um uns auf das Derby vorzubereiten. Das Spiel ist extrem wichtig für die Fans, aber auch für uns. Wenn man ein Derby gewinnt, dann ist das eines der besten Gefühle auf der Welt. Wir müssen in diesem Spiel an unsere Grenzen gehen."


Stevens: "Wir können nicht anders"


Die Grenzen bekommt Schalke jedoch trotz ordentlicher Auftritte immer wieder aufgezeigt. Schon beim Auswärtssieg in Hannover rettete Alexander Nübel die drei Punkte, ohnehin zählt der Torhüter zu einem der wenigen Spieler, die momentan ihre Normalform erreichen. Auch deshalb greift Stevens durch, strich die freien Tage über Ostern und will den Fokus auf die nächste Aufgabe legen. "Wir müssen das Spiel aufarbeiten und dann ab Dienstag wieder voll ins Training gehen, um uns dann gut auf Dortmund vorzubereiten. Dass das meine schwierigste Aufgabe ist, die ich je gehabt habe, das weiß ich und habe ich zuletzt immer gesagt. Wir müssen mit vollem Vertrauen mit dieser Mannschaft weiterarbeiten, weil wir können nicht anders", so der Knurrer aus Kerkrade laut ​kicker

Huub Stevens

 Glaubt weiterhin an seine Mannschaft: Huub Stevens



Es wird eine Saison des Zitterns auf Schalke. Die Mannschaft liegt nur aufgrund der ebenso schwachen Ergebnisse der Konkurrenz auf dem 15. Tabellenplatz, hat ihr Schicksal auf der anderen Seite dennoch in der eigenen Hand. Nicht nur gegen den BVB und Bayer Leverkusen, sondern vor allem gegen Augsburg und Stuttgart müssen die Köpfe hellwach sein, der Siegeswille vorhanden sein, um die wohl schwierigste Saison seit vielen Jahren zu retten, ehe der erneute Neustart erfolgt.