​​Borussia Mönchengladbach rutscht nach der neuerlichen Pleite gegen ​RB Leipzig immer weiter in die Krise. Verantwortliche und Spieler verlieren langsam die Nerven, nach einer katastrophalen Rückrunde sind die Saison-Ziele nämlich in großer Gefahr. Gladbachs Saison geht nach einem furiosen Start so richtig den Bach runter.


Zur Erinnerung: Die Hinrunde schloss Gladbach als Dritter ab, nur drei Punkte hinter Bayern München. Doch die Rückrunde zeigte bei den Fohlen Schwächen auf, die entweder in der Hinrunde noch nicht zum Vorschein kamen, oder nun von Spiel zu Spiel deutlicher werden. In den letzten zehn Spielen sammelte man nur noch neun Punkte ein, viel zu wenig für die eigenen Ansprüche.


Gründe dafür mag es Viele geben. Zum einen wird die Belastung der intensiven Saison nun spürbar, Leistungsträger wie Thorgan Hazard tauchen komplett unter und können nicht mehr den nötigen Elan in das Gladbacher-Spiel bringen. Auch sind die Fohlen berechenbarer geworden, das System von Trainer Dieter Hecking funktionierte in der ersten Saisonhälfte noch sehr gut, doch nun kann man sich besser auf die Stärken der BMG einstellen.


Max Eberl bricht Interview ab


Die vorläufige Trennung von Hecking vor wenigen Wochen setzte dem bröckelnden Konstrukt noch die Krone auf. Vereinsintern hatte das keine guten Auswirkungen, was auch Sportdirektor Max Eberl nach dem Spiel gegen die Leipziger zu spüren bekam. Im Gespräch mit Sky wurde er auf die Trennung mit dem langjährigen Trainer angesprochen und verlor danach die Ruhe.


"Es gibt keine unterschiedlichen Meinungen im Verein (...) Wer soll unterschiedlicher Meinung sein?" - So antwortete Eberl auf die Frage, ob der Rauswurf von Hecking im Verein kritisch gesehen wird. Es kriselt also bei den Gladbachern, eben nicht nur wegen des fehlenden sportlichen Erfolgs. 

Dieter Hecking

Dieter Hecking ist eines der großen Gesprächsthemen in Gladbach



Die Frage bleibt aber, wie die Saison der Fohlen noch zu retten ist und ob das überhaupt das Ziel sein sollte. Womöglich könnte ein kompletter Neustart im Sommer nämlich auf längere Sicht mehr Erfolg bringen. Obwohl die in dieser Saison angepeilten Ziele, allen voran die Champions League, nun in weite Ferne rücken, sollte man trotzdem nicht alles in der Saison schlecht reden. Immerhin konnte man über 20 Spieltage mit der Spitze der ​Liga mithalten.


Wie der Umbruch mit dem bereits angekündigten Marco Rose aber letztendlich aussehen sollte, ist noch nicht klar. Vielleicht würde es angesichts des nicht allzu breiten Kaders auch nicht schaden, sich erneut nicht für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren. Die letzten Wochen sollte man aber auch für die Fans noch versöhnlich abschließen, allein um die Stimmung nach der Saison wieder auf Aufbruch auszurichten.